Berufsalltag

Arbeiten im Team

Drei Ameisen rollen eine Rießenkugel einen Berg hinauf

Wenn ein Einzelner eine Aufgabe nicht allein lösen kann, dann ist Teamwork gefragt. Teams sind als zweckgebundene Arbeitsgruppen Ausdruck einer lösungsorientierten und dynamischen Arbeitsweise, die alle Ebenen und Zuständigkeiten eines Unternehmens mit einbezieht. Sie sind so vielfältig wie ihre Mitglieder. So profitiert ein Unternehmen von behinderten und nicht behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit den verschiedensten Aus- bzw. Weiterbildungshintergründen.

 

 

Voraussetzungen und Herausforderungen für gute Teamarbeit

Basis für erfolgreiche Teamarbeit ist kommunikative und kooperative Kompetenz. Grundvoraussetzung dafür ist gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung. Das heißt: Wer lösungsbewusst in einem Team arbeiten will, muss ehrlich, aber nicht respektlos sein, muss zur Diskussion, aber auch zum Zuhören bereit sein und gleichzeitig Erfolge anderer würdigen.
Für gute Teamarbeit kann eine klare Hierarchie hilfreich sein. Gibt es im Team keine deutliche Hierarchie, hilft es, wenn eine Person bei der Teamarbeit moderiert. Diese Person hat dabei aber keine besondere Weisungsbefugnis bei Arbeitseinsatz oder Arbeitsbeurteilung. Zudem darf niemand im Team benachteiligt werden. Jeder ist als Experte auf seinem Gebiet für die selbstständige Ausführung seiner Aufgaben verantwortlich und das ganze Team trägt mit kontinuierlichem Feedback zum erfolgreichen Gelingen bei.
Unterschiedliche Meinungen über Lösungswege sind in einem Team ganz normal. Oft entstehen Spannungen, wenn Zuständigkeiten für Aufgaben nicht klar definiert sind oder Teammitglieder eine gemeinsame Aufgabe mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden lösen wollen. Das gemeinsame Ziel sollte sein, dass jedes Teammitglied seine Stärken so einbringt, dass eine optimale Lösung für eine Aufgabe gefunden werden kann. Sind Meinungsverschiedenheiten im Team nicht lösbar, muss gegebenenfalls eine zusätzliche Person aus dem Unternehmen zwischen den Mitgliedern vermitteln.
Weitere Tipps zum effektiven Arbeiten im Team finden Sie auf arbeitsratgeber.com

Diversity und Menschen mit Handicap im Team

Zur erfolgreichen Zusammenarbeit gehört auch, Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung im Team abzubauen. Mit einer Behinderung können Sie einen wertvollen Beitrag zur Teamarbeit leisten, wenn Sie und Ihre Teammitglieder aktiv dazu beitragen. Zeigen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen, wie sie Barrieren beseitigen können und lassen Sie sich – trotz Unsicherheiten und eventuell auch unsensiblen Mitarbeitenden – auf das Arbeitsleben ein. Dabei ist es notwendig, dass sowohl Sie als auch Ihre Kollegen ihre Denk- und Handlungsweisen erklären und um gegenseitiges Verständnis werben. Sonst kann es in Stresssituationen schnell zu Missverständnissen kommen. Die Fähigkeit, Sachverhalte zu verbalisieren, Bedürfnisse auszudrücken und Kompromisse zu verhandeln, verbessert generell das soziale Miteinander - auch im persönlichen Umfeld.
Jeder Einzelne kann fachliche Kompetenzen und Erfahrungen ins Team einbringen und gerade ein Mensch mit Handicap kann so im Team neue Perspektiven eröffnen. Im Sinne von Diversity stellt die Vielfalt im Unternehmen eine Bereicherung und einen Quell neuer Potentiale dar. So stehen im Arbeitskontext die individuellen Stärken von Menschen - auch solchen mit Handicap - im Mittelpunkt und nicht deren Schwächen.
Gibt es in Ihrem Unternehmen bereits eine Bezugsperson für das Thema „Diversity"? Wenn Sie sich im Unternehmen mit diesen Personen vernetzen, gewinnt das Thema automatisch an Bedeutung. Eventuell finden Sie dort auch Unterstützung für Ihren Berufsalltag und treffen Menschen, mit denen Sie sich über Themen, die für Sie interessant sind, austauschen können.

Auch fördernde Einrichtungen wie Selbsthilfeverbände, Arbeitsgemeinschaften und Integrationsämter können helfen, dass Unternehmen diese Potentiale noch stärker nutzen können. [Artikellink zu Arbeiten im Team wird ergänzt].
In größeren Firmen oder öffentlichen Einrichtungen kann der Betriebsrat oder für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Handicap die Schwerbehindertenvertretung ein wichtiger Ansprechpartner sein.

Kommunikation im Team

Für eine gute Zusammenarbeit im Team ist eine funktionierende Kommunikation unumgänglich. Gerade im Umgang mit Menschen mit Handicap sollten bestimmte Kommunikationsweisen eingehalten werden. Werden gleich zu Beginn nützliche Hinweise zur guten Zusammenarbeit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gegeben, kann Missverständnissen vorgebeugt werden.
Bitten Sie als Mensch mit Sehschädigung Ihre Teammitglieder, sich während eines Team-meetings vor einem Redebeitrag kurz zu „identifizieren". Das ist vor allem wichtig, wenn die Teilnehmer wechseln oder in verschiedenen Funktionen an den Meetings teilnehmen. Gerade im direkten Dialog (face-to-face) zwischen Gesprächspartnern sollten sich diese mit Namen ansprechen, damit Sie auch ohne Sichtkontakt dem Gesprächsverlauf folgen können. Es reicht also nicht, wenn sich eine Person zur anderen hinwendet und fragt: „Wie würdest Du dieses Problem lösen"? Besser wäre es, wenn man beispielsweise sagt: „Birgit, wie würdest Du dieses Problem lösen"?
Zudem ist eine geordnete Diskussion wichtig. Weisen Sie Ihre Teammitglieder darauf hin, dass Sie nicht mehreren Wortmeldungen auf einmal folgen können und parallele Gespräche daher vermieden werden müssen. Um die volle Konzentration auf das Gespräch zu garantieren, sollten Umgebungsgeräusche und andere Störfaktoren (Stühle rücken, Knistern von Essentüten, etc.) vermieden werden.
Weitere Hinweise für die Kommunikation mit blinden und sehbehinderten Menschen sind in der folgenden Liste zu finden: [Artikellink zu Arbeiten im Team wird ergänzt]

Arbeits- und Präsentationstechniken

Ein wichtiger Aspekt in der Teamarbeit ist die Präsentation der eigenen Ergebnisse, damit das ganze Team über den aktuellen Stand informiert ist, die Ergebnisse nachvollziehen und eventuell weiterverarbeiten kann. Auch eine Präsentation vor Vorgesetzten oder einem anderen Publikum ist in vielen Arbeitskontexten üblich.
Bei Präsentationen mit Beamern oder ähnlichen Geräten sollten Sie die Unterlagen in elektronischer Form vorab zum Einsehen erhalten. Dies gibt auch Sehgeschädigten die Chance, sich Notizen – mit Verständnisfragen - zu machen. Oft reicht eine gekürzte Präsentationsversion im Vorfeld aus.
Geburts-, späterblindete und sehbehinderte Mitarbeiter benötigen Präsentationsmaterial in einer für sie erfassbaren Form. Gerade für blinde Menschen ist es schwierig, sich in einer grafisch aufgebauten Präsentation zurechtzufinden. Elemente werden auf den Folien visuell platziert, eingefügt oder verschoben.
Dennoch: übliche Präsentationstechniken sind durchaus für Blinde und Sehbehinderte kein generelles Hindernis. Inhaltlich und strukturell können Blinde viele Arbeitsschritte beim Entwerfen und Erstellen einer Präsentation selbstständig bewältigen und benötigen lediglich im Anschluss noch geringe Unterstützung. Nutzen Menschen mit Sehschädigung übliche Präsentationstechniken, dann kann auch bei sehenden Personen der positive Eindruck entstehen, dass blinde Menschen in der Lage sind, außenwirksame Aufgaben zu übernehmen.
In weiteren Texten gehen wir auf Möglichkeiten von Blinden und Sehbehinderten ein, mit Präsentationen umzugehen und bieten praktische Tipps. [Artikellink zu Arbeiten im Team wird ergänzt]

Soziale Komponente

Gehen Sie offen auf die Kolleginnen und Kollegen zu und bieten Sie auch Ihre Hilfe im Arbeitsalltag an. Suchen Sie Gespräche zwischendurch, um Ihre Kollegen kennen zu lernen. Dies hilft Ihren Teammitgliedern eventuelle Unsicherheiten mit Ihrer Behinderung abzubauen. Falls Sie Ihre Arbeit in einer neuen Region oder Stadt antreten, kann der Kontakt untereinander besonders wichtig und hilfreich sein. Ihre Kolleginnen und Kollegen können für Sie wichtige Quellen für gewünschte Aktivitäten oder Veranstaltungen an Ihrem neuen Wohnort sein.
Zur Teamstärkung können auch gemeinsame private Aktivitäten beitragen. In gemeinsamen Freizeitaktivitäten können Sie Ihre Behinderung in Facetten über die Arbeit hinaus begreifbar machen und einen guten Umgang vermitteln.


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