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Einstiegsmöglichkeiten

Frau kauert am Boden wie kurz vor einem Start zu einem SprintAbsolventen können nach Abschluss ihres Studiums zwischen verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten wählen. Der beliebteste und gängigste Start in den Beruf ist der so genannte Direkteinstieg. Einige absolvieren jedoch nach dem Studium zunächst ein Praktikum, das häufig den Übergang in ein festes Beschäftigungsverhältnis ermöglicht. Immer mehr Unternehmen bieten Trainee-Programme an, in denen Absolventen die Philosophie und das Konzept des Unternehmens über einen längeren Zeitraum kennenlernen können. Weitere Einstiegsalternativen sind die Vermittlung durch Zeitarbeitsfirmen oder der Schritt zur Selbstständigkeit.

Praktikum

Ein Praktikum ist heute oft die Eintrittskarte in ein Unternehmen. Zahlreiche Firmen rekrutieren ihr Personal aus ehemaligen Praktikanten. Der Vorteil ist, dass die Vorgesetzten Sie und ihre Fähigkeiten bereits kennen und richtig einschätzen können. Sie profitieren davon, dass ihnen die Firmenphilosophie, die Produkte und ein Teil der Mitarbeiter/-innen bekannt sind.

Gerade für Hochschulabsolventen mit Behinderung bietet ein Praktikum die Chance, dem Arbeitgeber zu zeigen, welche Fähigkeiten Sie trotz Einschränkung mitbringen. Barrieren und Vorurteile können während eines Praktikums abgebaut bzw. beseitigt werden und somit eine Festanstellung erleichtern beziehungsweise beschleunigen.

Praktika sind häüfig als nicht versicherungspflichtige Beschäftigungen angelegt. Dementsprechend können Probleme bei der Beantragung von Unterstützungsbedarf in Form von Arbeitsassistenzen, technischen Hilfen usw. auftreten. Versuchen Sie frühzeitig zu klären, ob dieses Problem besteht und ob es sich lösen lässt.

Direkteinstieg

Direkteinstieg bedeutet, dass der Bewerber nach einer kurzen Einarbeitungsphase direkt in das Firmengeschäft einsteigt. Der Absolvent wird für ein bestimmtes Themengebiet bzw. Themenbereich eingestellt, in dem er meist in einem Team mitwirkt und oft auch Verantwortung übernehmen muss. War früher beim Direkteinstieg ein unbefristeter Arbeitsvertrag üblich, nehmen heute die befristeten Arbeitsverträge bei dieser Einstiegsmöglichkeit zu.

Trainee

Trainees durchlaufen während ihrer Traineezeit zahlreiche Bereiche und Abteilungen eines Unternehmens. Durch den modularen Aufbau des Programmes lernen die Trainees die Firmenphilosophie, die Unternehmensstruktur , die verschiedenen Abteilungen, die Produkte und Dienstleistungen sowie einen Großteil der Mitarbeiter/-innen kennen. Sie bekommen einen Rundumblick innerhalb des Unternehmens und können von Anfang an unternehmensinternes Networking betreiben.

Ein Traineeprogramm ist daher für Sie geeignet, wenn Sie schneller fach- und abteilungsübergreifend arbeiten und Führungsaufgaben übernehmen wollen. Oft unterscheiden sich Trainee-Programme von Unternehmen zu Unternehmen stark in ihrem Aufbau, ihrem Ablauf und ihrer Dauer. Ein Richtwert für die Dauer eines Traineeprogrammes ist ein Minimum von sechs bis zu einem Maximum von 24 Monaten.

Das Wissen des Trainees wird gezielt durch Seminare und Weiterbildungsmaßnahmen vertieft. Dabei ergänzen sich fachliche und persönliche Weiterbildungsmaßnahmen. Durch die Teilnahme an regelmäßigen Seminaren können Sie zum Beispiel Teamfähigkeit, interkulturelle Kenntnisse oder Personalführung erlernen. Neben Ihrer fachlichen Qualifikation werden auch Ihre Soft-Skills geschult.

Trainees internationaler Unternehmen verbringen meist auch eine bestimmte Phase ihrer Zeit im Unternehmen in Außenstellen der Firma. Das heißt, Sie können eventuell auch wertvolle Erfahrungen durch einen mehrmonatigen Aufenthalt im Ausland gewinnen.

Auf diese Weise wollen Unternehmen ihre Trainees zu vielseitig einsetzbaren Nachwuchskräften ausbilden. Aufgrund der damit verbundenen Kosten ist es häufig Ziel der Unternehmen, ihre Trainees, die in der Regel mit einem befristeten Vertrag für die Traineezeit begonnen haben, am Ende des Programms in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Ob man vom Unternehmen übernommen wird, hängt aber auch davon ab, ob man die erwarteten Leistungen erbracht hat.

Da der Begriff „Trainees" häufig mit „Auszubildenden" oder „Praktikanten" gleichgesetzt wird oder um sich von anderen Angeboten abzugrenzen, wählen einige Unternehmen alternative Bezeichnungen. So kann ein Trainee-Programm beispielsweise auch „Start-Up Programm" oder „International Graduate Programm"genannt sein.

Generell lassen sich drei verschiedene Typen von Trainee-Programmen unterscheiden:

• Beim Management-Trainee-Programm geht es um die Vorbereitung auf eine Führungskarriere. Die Trainees arbeiten in verschiedenen Abteilungen, wodurch das Denken und Planen in größeren Zusammenhängen gefördert wird. Durch Seminare werden insbesondere die Führungskompetenzen weiterentwickelt.

• Ein Fach-Trainee-Programm soll die Trainees auf eine Fachkarriere vorbereiten, das heißt, die Trainees legen sich bereits zu Beginn auf einen bestimmten Unternehmensbereich fest. Fortbildungen und Praxiseinsätze sind dann spezifisch auf diesen Bereich ausgerichtet und häufige Wechsel in andere Abteilungen eher unüblich.

• Die projektbezogenen Trainee-Programme beinhalten ebenfalls Arbeitsplatzrotationen, die von der Dauer eines bestimmten Projekts abhängen. Die Trainees lernen jedoch nicht die Abteilungen im Ganzen kennen, sondern sind nur in einem bestimmten Arbeitsbereich innerhalb einer Abteilung tätig.

Durch den modularen Aufbau der Trainee-Programme erhalten Sie einen umfassenden Überblick über das Unternehmen und seine Strukturen. Sie müssen unterschiedliche fachliche Herausforderungen bewältigen und arbeiten in verschiedenen Teams. Kommunikationsfähigkeit und ein hohes Maß an Flexibilität sind daher wichtig. Besonders attraktiv sind Trainee-Programme auch durch die Förderung von Zusatzqualifikationen und die Aussicht auf eine schnellere Übernahme von Führungsaufgaben.

Traineeprogramme sind nicht zwingend besser als ein Direkteinstieg, wenn man Karriere machen möchte, zumal die Trainee-Programme sehr unterschiedlich strukturiert sind und sich qualitativ stark unterscheiden können. Als Direkteinsteiger kann man eventuell durch Weiterbildungen Zusatzqualifikationen erwerben und Führungsaufgaben übernehmen.

Für Menschen mit Behinderungen stellt eine Trainee-Stelle aber eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, Ihr Können unter Beweis zu stellen. Hemmungen, Ängste und Befürchtungen von Seiten des Arbeitgebers können abgebaut und beseitigt werden. Der Bewerber kann seine Vorgesetzten mit seinen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen überzeugen. Auch in Hinblick auf den Versicherungsschutz und die damit verbundene Möglichkeit, Untertstützungsbedarf in Formen von Arbeitsassistenzen oder technischen Hilfeleistungen, zu beantragen, sind Trainee-Arbeitsverhältnisse als sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen eine gute Lösung für Menschen mit Behinderung.

Heinrich N., ehemaliger Student des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen hat nach seinem Studium ein Trainee absolviert und berichtet darüber.

Interview mit Heinrich N.

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Zeitarbeit

Zeitarbeit ist eine Dreiecksstruktur zwischen einem Zeitarbeitsunternehmen, einem Zeitarbeiter und dem Entleihunternehmen. Der Zeitarbeiter ist beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt und wird von diesem für einen begrenzten Zeitraum entliehen. Der Arbeitsvertrag wird zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Zeitarbeiter abgeschlossen. Die Zeitarbeit ist durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt, in dem Bestimmungen zum arbeits- und sozialrechtliche Schutz des Arbeitnehmers enthalten sind.

Die Zeitarbeit wird höchst kontrovers diskutiert. Nachteile sind meist die niedrigere Lohnzahlung im Vergleich zum Stammpersonal und die häufiger vorkommende Befristung des Arbeitsvertrages. Zugleich wird vom Zeitarbeiter ein Höchstmaß an Flexibilität, eine kurze Einarbeitungszeit sowie eine schnelle Einstellung auf die Arbeitsumgebung und die Aufgabenbereiche erwartet. Das Unternehmen hat eine hohe Erwartungshaltung. Auf dem neuen Mitarbeiter lastet dadurch ein enormer Druck, dem nicht jeder gewachsen ist.

Für Menschen mit Behinderungen könnte ein Zeitarbeitsverhältnis jedoch auch Vorteile bringen. Der Überlassungsvertrag zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Entleihunternehmen kann vom Entleiher jederzeit gekündigt werden, wenngleich das Zeitarbeitsunternehmen als Arbeitgeber an die allgemeinen gesetzlichen Bedingungen gebunden ist. Dem Unternehmen fällt unter diesen Bedingungen oftmals die Entscheidung leichter, eine Person mit Behinderung einzustellen und sich von deren Fähig- und Fertigkeiten überzeugen zu lassen. Menschen mit einer Behinderung müssen selbst entscheiden, ob sie sich dem Druck der Zeitarbeit gewachsen fühlen und sich dieser stellen wollen.

 

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