Studentenleben

Community

Gruppe von Studierenden, die einen Banner mit dem Text "Community" haltenNicht alle Menschen mit Handicap haben das Bedürfnis, sich in der eigenen Behindertencommunity zu bewegen oder zu engagieren. Vor allem Studierende mit Handicap, die integrativ oder inklusive beschult wurden, haben Einwände gegen eine enge Anbindung an die Community. Um für sich diese ganz individuelle Entscheidung treffen zu können, sollen in diesem Artikel verschiedene Aspekte in Bezug auf die Community näher erläutert werden.

  1. Wohnraum und Gemeinschaft
  2. Austausch - Selbsthilfegruppen und Organisationen
  3. Kultur-, Sport- und Urlaubsangebote

Wohnraum und Gemeinschaft

Abbildung eines StudentenwohnheimesFür sehgeschädigte Menschen ist es in der Regel leichter, mit der Welt der Sehenden zu kommunizieren, als für hörbehinderte Menschen mit der Welt der Hörenden. Daher unterscheiden sich auch die Bedürfnisse bezüglich der Wohnformen: Während Hörbehinderte gerne in Wohngemeinschaften mit ebenfalls Schwerhörigen oder Gehörlosen zusammenleben, wählen Sehgeschädigte lieber Wohngemeinschaften, in denen auch sehende Mitbewohner leben.
Ist ein Sehender in der Nähe, kann dieser spontan um Rat und Hilfe gefragt werden. Die Erfahrung zeigt: Für sehgeschädigte Studierende ist es äußerst sinnvoll, die Studierendenlaufbahn in einem Studierendenwohnheim bzw. in einer WG beginnen.
So kann es sein, dass zwei sehgeschädigte Schulabsolventen einer Blindenschule an derselben Hochschule studieren, vielleicht sogar das gleiche Fach wählen, und auch gemeinsam in eine WG ziehen. Das kann beispielsweise daran liegen, dass besagte Hochschule über eine Einrichtung zur Unterstützung sehgeschädigter Studierender verfügt.
Ein reines Verbleiben in der Community erschwert es jedoch, sowohl das Studium als auch eine anschließende, der Qualifikation entsprechende, berufliche Karriere erfolgreich zu bewältigen. Denn im Studium ist das Networking natürlich sehr wichtig [Artikellink zum Thema „Networking" wird ergänzt].

Austausch – Selbsthilfegruppen und Organisationen

Plakat, auf dem verschiedene Gesichter aus verschiedenen Kulturen abgebildet sindEs gibt gerade für behinderte Studierende gute Gründe, der Community und ihren Organisationen nicht ganz den Rücken zu kehren. Menschen mit Behinderung sind häufig auf den Einsatz technischer Hilfsmittel oder von Assistenzen angewiesen. Hier gibt es unterschiedliche Lösungsstrategien, die im praktischen Einsatz Vor- und Nachteile bieten. Da sich Lösungsstrategien weiterentwickeln und neue hinzukommen, ist ein Austausch innerhalb der Community vorteilhaft. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie bisher wenig Austausch mit der Community hatten.
Sind Sie sich beispielsweise unsicher, ob ein Hilfsmittel oder eine bestimmte Assistenz für die Bewältigung Ihres Studiums sinnvoll ist, können Sie sich innerhalb einer Selbsthilfegruppe herstellerneutrale Informationen beschaffen.
Bei der Beantragung von Hilfsmitteln und Assistenzen können Sie sich ebenfalls Tipps zur Antragsstellung bis hin zur individuellen Rechtsberatung im Ablehnungsfall einholen.
Gerade als Studierender ist man mit behinderungsspezifischen Fragen konfrontiert, die von universitären Beratungsstellen oft nicht beantwortet werden können. Selbsthilfegruppen, Stammtische usw. bieten zusätzliche Informationen und die relativ hohe Chance, in diesem Rahmen jemanden zu finden, der ein ähnlich gelagertes Problem schon für sich lösen konnte.

Kultur-, Sport- und Urlaubsangebote

4 Bilder auf denen Urlauber zu sehen sind, die eine Sight Seeing Tour machen, am Strand Beachball spielen oder das Meer samt Sandstrand genießenWenn Sie studieren, wollen Sie nicht nur die Hochschule bzw. den Campus kennenlernen, sondern auch die Stadt, die die Hochschule und ihre Einrichtung umgibt.
Je mehr Mitglieder eine Community hat, desto vielfältiger ist das Kultur- und Sportangebot für sie. Diese reichen von speziellen Kulturangeboten wie Museumsführungen für Sehgeschädigte bis hin zu kompletten Urlaubsangeboten.
Besonders für blinde Menschen ist es häufig schwer bis nahezu unmöglich, einen geeigneten Sportverein zu finden. Viele Sportstätten sind nicht sehgeschädigtengerecht, bzw. es kann nicht ausreichend auf die speziellen Bedürfnisse eingegangen werden.
Vor allem in größeren Städten gibt es auch spezielle Sportvereine, denen Sie sich anschließen können. Diese dienen nicht alleine dem Sport [„Sportangebote"], sondern sind auch wichtige Treffpunkte der Community.
Zudem ist meist auch ihre Lobby stärker. So können die Betroffenen stärker Einfluss nehmen – über diverse rechtliche und demokratische Organe und durch Kontakte in der Politik, zum Beispiel Behindertenbeiräte.

Die wichtigsten Selbsthilfegruppen und Organisationen in Deutschland um im europäischen Raum sind:
- Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS)
Frauenbergstraße 8, 35039 München
Telefon: +49(0)6421/948880
E-Mail: info@dvbs-online.de
Internet: www.dvbs-online.de
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV)
Der DBSV ist in regionale Blindenvereine gegliedert. Folgende Servicenummer vermittelt Sie automatisch zu dem Blindenverein, der für Ihrem Wohnraum zuständig ist: +49(0)1805/666456
Die Anschrift der Geschäftsstelle ist:
Rungestraße 19, 10179 Berlin
Telefon: +49(0)30/2853870
E-Mail: info@dbsv.org
Internet: www.dbsv.org
- Eur(opean Blind Union EBU)
E-Mail: ebu@euroblind.org
Internet: www.euroblind.org