Start ins Studium

Sonderanträge: Härtefallantrag

Füller, der auf einem Antragsformular liegtBei der Bewerbung um einen Studienplatz in einem zulassungsbeschränkten Studiengang können Sie mit dem Zulassungsantrag verschiedene Sonderanträge stellen, darunter auch einen sogenannten Härtefallantrag. [1]

 

Wann ist ein Härtefallantrag sinnvoll?

Wenn Sie im normalen Auswahlverfahren (unter Hochschulstart.de als auch bei einer Hochschule) kein Studienplatzangebot erhalten sollten, haben Sie mit dem Härtefallantrag eine weitere Chance auf eine Zusage. Der Härtefallantrag ist aber kein hundertprozentig sicherer Weg, um einen Studienplatz zu erhalten. Auch trotz Anerkennung des Härtefalls könnten Sie eine Absage erhalten.

Nicht relevant ist der Härtefallantrag für Sie, wenn Sie sich für einen zulassungsfreien Studiengang einschreiben wollen.

Härtefallantrag

Die Grundidee des Härtefallantrags ist es, solchen Menschen den sofortigen Start ins Studium zu ermöglichen, die nicht mehr länger warten können. D.h. selbst ein einziges Semester zu warten, wäre unzumutbar. Die Gründe dafür müssen zudem in Ihrer Person liegen. Es gibt daher nicht viele Personen, die diesen Antrag erfolgreich stellen können.

Um diese strengen Maßstäbe zu erfüllen, müssen bei Ihnen wichtige gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe vorliegen, um als Härtefall anerkannt zu werden.

Diese Mühe sollten Sie sich daher nur dann machen, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den von Ihnen gewünschten Studienplatz im normalen Auswahlverfahren erhalten werden. Sie können sich die Ergebnisse der Auswahlverfahren in den letzten Semestern anschauen, um ihre Chancen einschätzen zu können. Auch ein Antrag auf Nachteilsausgleich bei der Studienplatzbewerbung kann Ihre Chancen im normalen Auswahlverfahren noch verbessern.

Verfahrensablauf

Auch als Härtefall nehmen Sie zunächst am normalen Auswahlverfahren teil. Wenn Sie hierüber erfolgreich sind, erhalten Sie ein Studienplatzangebot und nehmen nicht am zusätzlichen Auswahlverfahren für Härtefälle teil.

Für Härtefälle werden aber nicht beliebig viele Studienplätze reserviert, sondern nur ein geringer Prozentsatz von etwa 2% aller verfügbaren Studienplätze. D.h. auch mit einem Härtefallantrag haben Sie keine Garantie auf einen Studienplatz. Sollte es mehr Bewerbende mit Härtefall geben als Plätze, muss ebenfalls eine Auswahl erfolgen. Aufgrund der hohen Anforderungen für die Begründung ist dies aber nicht sehr wahrscheinlich. Die rechtlichen Grundlagen hierfür finden sich im Sozialgesetzbuch (SGB) II und SGB XII, § 15 Satz 2 der Vergabeverordnung Stiftung, den Richtlinien des Verwaltungsausschusses für Entscheidungen über Anträge auf sofortige Zulassung in der Quote für Fälle außergewöhnlicher Härte und den Anträgen auf „Nachteilsausgleich".

Begründung für Sehgeschädigte

Wenn Sie einen Härtefallantrag begründen wollen, sollten Sie immer die Frage im Hinterkopf behalten, warum Sie nicht länger warten können?

Ausgehend von Ihrer Sehgeschädigung können folgende Beispiele eine Rolle spielen:

  1. Die mögliche Verschlechterung der Behinderung (z.B. wenn sich Ihr Sehvermögen beispielsweise durch eine Krankheit ständig verschlechtert hat)
  2. Verlängerung Ihrer Schulzeit ohne Ihr Verschulden um (z.B. wegen einer „Vorklasse" oder 1 Jahr Verlängerung für den Realschulabschluss)
  3. Wahrscheinliche Studienzeitverlängerung aufgrund der Behinderung (z.B. wegen des Mehraufwands im Studium)
  4. Gefahr von Arbeitslosigkeit, während man länger warten muss
  5. Gefährdung der Eingliederung in das Berufsleben

Jeden dieser Punkte müssen Sie ausführlicher beschreiben.

Zusammenfassung

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie ohne Härtefallantrag einen Studienplatz erhalten, sollten Sie unbedingt einen Härtefallantrag stellen. Zwar ist der Antrag mit etwas Aufwand verbunden, aber dieser lohnt sich.

 

Weblinks

Literatur