Wo stehe ich?

Was sind meine Stärken und Schwächen?

Wer seine eigenen Stärken kennt, kann einschätzen, was man kann und was man besser anderen überlassen sollte, und womit man sich ausgiebig beschäftigen will.

 

Zwei Seiten einer Medaille: Stärken und Schwäche

Stärken werden oft als positiv und Schwächen als negativ bewertet. Ob wir eine Eigenschaft als Stärke oder als Schwäche empfinden, hängt aber unter anderem von unserer Erziehung ab. Manche der Eigenschaften haben wir durch unsere Veranlagung mitbekommen, andere durch unsere Erfahrungen erworben. Wie wir Eigenschaften bewerten, ist jedoch sehr unterschiedlich. Für den einen klingt “flexibel sein” negativ, weil man sich nicht festlegen will, für den anderen klingt es positiv, weil man auf unvorhergesehene Situationen schnell reagieren kann. Wer besonders stark auf sein Äußeres achtet, wird von dem Einen als besonders stilvoll geschätzt und vom Nächsten als oberflächlich betrachtet. Oder wer sehr genau arbeitet, benötigt mehr Zeit für seine Aufgaben und arbeitet nicht so effektiv. Unsere Eigenschaften sind also in der einen Situation hilfreich, in einer anderen Situation jedoch hinderlich.

Eigene Behinderung

Für manche ist das Nachdenken über die eigenen Stärken und Schwächen bei dem Thema „eigene Behinderung“ sehr schwierig. Vielleicht steckt die Erfahrung dahinter, dass Außenstehende häufig denken, behinderte Menschen seien nicht so leistungsfähig und schätzen daher die Behinderung als Schwäche ein.

Haben Sie sich selbst schon einmal Gedanken gemacht, was Sie durch Ihre Einschränkung gelernt haben? Vielleicht entdecken Sie neue Eigenschaften an sich. So könnten Sie zum Beispiel zu der Erkenntnis kommen: Sie waren durch Ihre Behinderung gezwungen, sehr früh selbständig zu werden. Dies kann Ihnen bei Ihrer Studienwahl Stärke geben, da sie gelernt haben selbständig zu arbeiten. Oder Sie haben die Fähigkeit, sich gut zu konzentrieren, weil Sie nicht durch visuelle bzw. akustische Reize abgelenkt werden.

Wenn Sie eine Sehschädigung haben, wählen Sie vielleicht einen Beruf, in dem Sie sich verbal einbringen können, weil Sie gelernt haben, sich sprachlich auszudrücken. Wenn Sie hörgeschädigt sind, wählen Sie vielleicht einen Beruf, in dem Sie viel visuell Arbeiten, d.h. mit Grafiken, räumlichen Visionen und Licht, weil Sie gelernt haben, sich im Raum zu orientieren und Ihren Sehsinn zu schärfen. Nutzen Sie Ihre vermeintliche Schwäche als Stärke!

Test: Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?

Um herauszufinden, was Ihnen leicht von der Hand geht, können Sie folgende Übung machen:

Erinnern Sie sich an drei Situationen, die Ihnen richtig viel Freude bereitet haben und auf deren Ergebnis Sie stolz waren? Überlegen Sie, was passiert ist, was Sie gemacht haben und wie Sie sich verhalten haben? Hier ein paar Vorschläge für die Situationen, die Sie beschreiben könnten: Die Verwirklichung eines Traums wie z.B. eine außergewöhnliche Reise, das Herstellen eines Möbelstücks, die Erstellung einer Homepage, das eigenständige Erlernen einer Programmiersprache oder das Verfassen eines Artikels für eine Zeitung.

So können Sie vorgehen:

  • Schreiben Sie sich die Geschichte auf und lesen Sie diese danach einer anderen Person vor. Sie kann sich während des Lesens Notizen machen und ihre Eigenschaften notieren. Es macht Spaß, diese Übung zusammen mit einem Freund oder einer Freundin durchzuführen und sich dabei abzuwechseln. Unsere Liste mit möglichen Eigenschaften kann Ihnen dabei helfen.
  • Am Ende kann Ihre Freundin oder Ihr Freund die Liste vorlesen und Ihnen zum Beispiel sagen: "Du bist mutig, weil Du …. ".
  • Sie gewinnen Stärke, wenn Sie Seiten an sich entdecken, die Sie noch nie an sich wahrgenommen haben oder die für Sie selbstverständlich sind.

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