Studientechniken

Verfassen von Wissenschaftlichen Arbeiten

Das Foto zeigt ein Laptop, ein aufgeschlagenes Buch und ein Blatt mit Kuli, die in einer Bibliothek auf dem Tisch stehen/liegen

Es existieren keine offiziellen (deutschlandweiten) Richtlinien für die Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten. Prinzipiell kann jeder Lehrstuhl eigene Richtlinien verfassen, nach denen eine eingereichte Abschlussarbeit strukturiert sein muss. Diese wird man auf Nachfrage am Lehrstuhl oder beim Prüfungsamt erhalten.

Aufbau und Inhaltsverzeichnis

Es ist sinnvoll, schon zu Beginn der Arbeit eine erste Gesamtstruktur anzulegen und den Hauptteil der Arbeit in sinnvolle Unterkapitel einzuteilen. Diese erste Ebene kann die Teile der Arbeit z.B. auf methodische, zeitliche oder thematische Art voneinander abgrenzen. Die weitere Unterteilung kann sich während des Schreibprozesses entwickeln. In einer klassischen methodischen Unterteilung für eine empirische Arbeit wird z.B. zunächst in einer Einleitung das Problem und das Ziel der Arbeit vorgestellt, im theoretischen Teil wird der bisherige Forschungsstand dargelegt, im praktischen Teil wird die Theorie in einer realen Umgebung überprüft und angewandt, so dass dann in Fazit und Ausblick diese Anwendung bewertet, zusammengefasst und eingeordnet werden kann und Ideen für die weitere Forschung vorgeschlagen werden können.

Schreibstil und Formulierung

Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist vor Allem darauf zu achten, dass eine Argumentation sachlich und verständlich vorgetragen wird. Innerhalb eines Abschnitts sollen aufeinanderfolgende Sätze so formuliert sein, dass jeder Satz einen Bezug zu dem vorhergehenden Satz aufweist. Eine starke Satzbeziehung erreicht man z.B. durch deiktische (zeigende) Elemente (dies, hierbei, in diesem Zusammenhang..., diese Überlegung...etc.) oder kausale (begründende) Elemente (daher, dadurch, aus diesem Grund...). In jedem Fall ist auf einen logischen Aufbau zu achten, so dass ein verständlicher Schreib- und Lesefluss gegeben ist. In diesem Zusammenhang sollte man auch Querverweise innerhalb des Dokuments machen und z.B. auf Kapitel verweisen, die eine kurz genannte These in ausführlicher Form ausführen. Es ist wichtig, im Text deutlich zu machen, ob eine Aussage die Meinung des Autors widerspiegelt oder eine These ist, die allgemein anerkannt ist oder von anderen Personen ebenfalls unterstützt wird. In beiden Fällen sollen Thesen klar und direkt formuliert werden und nicht durch Füllwörter (eigentlich, halt, irgendwie, eben...) verlängert und abgeschwächt werden.

Quellen und Zitate

Klassischerweise sind Quellen Fachliteratur in Form von Büchern. Man kann aber aus einer Vielzahl anderer Quellen zitieren. Zeitschriften, Zeitungen, Manuskripte, Dissertationen und andere wissenschaftliche Arbeiten sind Beispiele für andere Printmedien, aus denen man zitieren kann. Zitieren ist aber natürlich nicht auf Printmedien beschränkt. Fernsehsendungen, Radiosendungen und gerade Internetartikel können ebenfalls als Quellen dienen. Zitieren von Internetdokumenten birgt natürlich Gefahren. Einerseits kann die Adresse kurzlebig sein und nach der Abgabe der Arbeit verschwinden, andererseits kann man nicht wissen, welchen Informationen aus dem Internet man bedenkenlos trauen kann. Selbst das sehr beliebte Lexikon Wikipedia ist kein Garant für gesicherte Informationen. Die Anzahl der Quellen aus der aktuellen Tagespresse und aus dem Internet sollten daher generell nicht zu groß sein.
Zitiert man in seiner Arbeit aus einer der oben genannten Quellen, muss man diese Passage im eigenen Text kennzeichnen, da man sie nicht selbst erdacht und aus einem fremden Werk übernommen hat. Dabei ist nicht die Länge des Zitates entscheidend, sondern die Kennzeichnung der Idee, sofern diese fremdes geistiges Eigentum ist und man sie bewusst in seine Arbeit einbaut. Das Zitat muss sinnvoll in die eigene Argumentation eingebaut werden. Es muss ersichtlich werden, warum das Zitat die Argumentation unterstützt. Ein Zitat kann nicht für sich alleine stehen. Benutzt man nicht den exakten Wortlaut, aber umschreibt die Idee eines anderen Autors, so ist dies zwar nicht als Zitat zu kennzeichnen, aber im Text darauf zu verweisen und das Werk ist ebenfalls in das Literaturverzeichnis aufzunehmen. Es kann vorkommen, dass man in einem Buch ein Zitat findet, was der Autor selber aus einem anderen Werk übernommen hat. Dies ist möglich allerdings muss man beide Werke ins Literaturverzeichnis aufzunehmen. Zur formell korrekten Art und Weise zu zitieren, lohnt es sich ebenfalls, den angefügten Download über formelle Richtlinien zu nutzen.

Fußnoten

Fußnoten können dazu verwendet werden, um Quellen von Zitaten anzugeben. Ein Vorteil davon, Zitatverweise nicht in den Fußnoten zu vermerken ist, dass die Fußnoten so eine andere konsistente Funktion erhalten können. Fußnoten sind dann sinnvoll, wenn man weiterführende Informationen zu einer bestimmten Textpassage schreiben möchte, damit aber nicht den Lesefluss des Textes stören will. Man erachtet die Informationen zwar als wichtig, will aber damit nicht vom aktuellen Gedankengang zu sehr ablenken. Durch die Auslagerung der Information in eine Fußnote, überlässt man die Entscheidung der Leserin oder dem Leser, ob sie oder er die Fußnote direkt, zu einem anderen Zeitpunkt oder überhaupt nicht lesen möchte. Fußnoten sind sozusagen die Hyperlinks des gedruckten Textes.

Abbildungen und Tabellen

Tabellen und Abbildungen können in Arbeiten verwendet werden, um die beschriebenen Sachverhalte zu veranschaulichen. Sie müssen durchnummeriert und im Abbildungs- bzw. Tabellenverzeichnis angegeben werden. Die Nummerierung wird normalerweise durchlaufend innerhalb der obersten Kapitelebene durchgeführt (1.1, 1.2,..., 1.12; 2.1, 2.2,..., 2.14; 3.1, etc.). Außerdem muss der Inhalt der Grafik durch einen kurzen Untertitel beschrieben werden und wenn sie aus einer anderen Vorlage übernommen wurde, oder in Anlehnung an eine andere Vorlage erstellt wurde, ist dies unter der Bildunterschrift ebenso zu kennzeichnen, wie bei Zitaten und die Quelle im Literaturverzeichnis aufzunehmen.

Ein Mann, der in einer Bibliothek sitzt schaut sich mit einer Lupe genau die Textzeilen an

Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis müssen alle Quellen aufgeführt werden, die in der Arbeit direkt oder indirekt zitiert werden. Auch Quellen, auf deren Inhalt Bezug genommen wird, ohne ein explizites Zitat anzuführen, müssen hier vermerkt werden. Bei Büchern werden z.B. Verfasser, Titel, Auflage, Verlagsort und Erscheinungsjahr angegeben; bei anderen Medien können sich die Angaben und deren Reihenfolge ändern.

Das Foto zeigt ein Laptop, auf dessen Bildschirm viele Bücher in eime Regal abgebildet sind

Spezielle Informationen für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit

Planen Sie sich schon im Vorfeld mehr Zeit für Recherche, Programmierung, Fragebögen und was sonst noch nötig ist, um die Arbeit zu erstellen, ein. Werden Sie sich darüber klar, bei welchen Punkten Sie welche Unterstützung benötigen, um die Arbeit fertig zu stellen. Kommunizieren Sie von Anfang an mit Ihren Betreuern der Arbeit, welche Hilfen Sie speziell brauchen, z. B. Durchführung von Tests, Spezialsoftware, sonstige Begleitung. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie das vor sich her schieben, denn die Zeit für eine derartige Arbeit vergeht sehr schnell. Formulieren Sie stets positiv, indem Sie nicht sagen, was Sie nicht können, sondern wie Sie es können und mit welchen Modifikationen es möglich wird. Arbeiten Sie sich zuerst in die Materie ein. Geben Sie sich etwas Vorlaufzeit, bevor Sie die Arbeit anmelden. Melden Sie Ihre Arbeit erst an, wenn Sie sicher sind, dass Sie rechtzeitig bis zum Abgabetermin fertig werden. Denn ein Antrag auf Verlängerung, ist komplizierter und muss genehmigt werden.
Lassen Sie die Arbeit von mehreren Personen korrigieren. Trennen Sie vielleicht sogar, inhaltliche Korrekturen und Korrekturen, die die Rechtschreibung, die Zeichensetzung und das Layout betreffen. Dafür gibt es auch Dienstleister, die man dafür bezahlt. Denken Sie auch daran, dass mit so einer Arbeit meist eine Präsentation verbunden ist. Dafür sei auf den Text "Präsentationen" verwiesen. Verwenden Sie unbedingt eine Dokumentenvorlagen, die das Institut, an dem Sie Ihre Arbeit schreiben, dafür erstellt hat.