Studienassistenz & Technik

Die Eingliederungshilfe: Besonderheiten

Rundes Schild, darauf weiße Pfeile im Kreis, einer ragt über Schild hinausWenn Sie Eingliederungshilfe erhalten, sollten Sie einige Besonderheiten kennen, die damit verbunden sein können, damit Sie auch bis zum Ende Ihres Studiums Eingliederungshilfe erhalten.

 

Wohnsitzwechsel

Mann und Frau mit Stapel von KistenWenn Sie den Erstwohnsitz verlegen, wenn Sie beispielsweise vom Elternhaus zum Studienort oder aufgrund eines Hochschulwechsels umziehen, kann dies zu einem Wechsel des zuständigen Leistungsträgers führen. Der alte Leistungsträger kann zwar alle Unterlagen an den neuen zuständigen Leistungsträger weiterleiten, am neuen Standort haben Sie es aber trotzdem zunächst mit neuen Sachbearbeitern zu tun. Diese können gegebenenfalls eine erneute Prüfung veranlassen, ob Sie weiterhin Eingliederungshilfe erhalten.

 

Studienfachwechsel

Computer Platine, rechts daneben FormelnNicht selten wechseln Studierende im Laufe des Studiums das Fach. Während dies in den ersten ein bis zwei Semestern kein Problem darstellen sollte, wird der Leistungsträger mit zunehmendem Fortschritt des Studiums eher Probleme darin sehen. Er könnte Ihnen unterstellen, dass Sie für ein Studium nicht geeignet sind. Bevor Sie das Fach wechseln, sollten Sie daher mit dem Leistungsträger darüber sprechen.

 

Studienzeitverlängerung

Gebogene TaschenuhrAuch eine übermäßige Studienzeitverlängerung kann dazu führen, dass der Leistungträger die Eingliederungshilfe streicht. Da eine Studienzeitverlängerung unterschiedliche Ursachen haben kann, hängt es von der Begründung ab, wie die Leistungsträger diese bewerten.

Es könnte Ihnen unterstellt werden, dass Sie das Studium voraussichtlich nicht erfolgreich abschließen werden. Eine behinderungsbedingte Studienzeitverlängerung trotz Studienassistenzen ist aber durchaus üblich, beispielsweise wegen des erheblichen Zusatzaufwandes der Organisation der Studienassistenzen oder wegen sonstiger fehlender Barrierefreiheit der Hochschule.

Auch eine Studienzeitverlängerung aufgrund ein oder zwei Auslandssemester oder eines Praxissemesters sollten die Leistungsträger akzeptieren. Hier sollten Sie sich also eine gute Begründung überlegen und rechtzeitig mit dem Leistungsträger darüber sprechen.

 

Auslandsstudium

Junger Mann vor Union Jack Hintergrund, Schild mit Schrift: Learn EnglishWenn Sie einen Teil des Studiums im Ausland, zum Beispiel im Rahmen eines Austauschprogramms der Hochschule, verbringen möchten, stellt sich die Frage, ob Sie auch im Ausland weiterhin Eingliederungshilfe erhalten können.

Die Leistungsträger akzeptieren einen Auslandsaufenthalt, wenn er erforderlich ist oder empfohlen wird. Erforderlich ist ein Auslandsstudium dann, wenn dieses in der Studienordnung zwingend vorgesehen ist. Dann werden Sie weniger Probleme mit der Begründung haben. Dies ist jedoch in vielen Studiengängen nicht der Fall.

Auch wenn er nicht vorgeschrieben ist, kann ein Auslandsaufenthalt trotzdem empfehlenswert sein, weil er beispielsweise die Eingliederungschancen nach dem Studium erheblich erhöht. Studierende mit einem Auslandsaufenthalt sind für potentielle Arbeitgeber interessant.

In jedem Fall müssen Sie eine gute Begründung liefern. Hierfür kann Ihnen auch Ihre Falkutät bestätigen, dass Sie Ihnen einen Auslandsaufenthalt dringend empfiehlt.

Die Leistungsträger werden prüfen, ob sich die Studiendauer durch den Auslandsaufenthalt erheblich erhöht. Wenn Sie im Ausland Leistungsnachweise erreichen können, die Ihnen angerechnet werden, wird dies weniger ein Problem sein.

Zudem werden die Leistungsträger erheblichen Mehrkosten für Studienassistenzen eher skeptisch gegenüber stehen. Da im Ausland Studienassistenzen wesentlich teurer sein könnten, kann es sinnvoll sein, sich an den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zu wenden. Gegebenenfalls gibt es dort Zusatzgelder, um die Mehrkosten abzudecken.

Sie sollten darlegen, wie Sie welche Studienassistenzen im Ausland einsetzen können und woher Sie diese bekommen können. Das bedeutet für Sie natürliche einen erheblichen organisatorischen Zusatzaufwand.

 

Gemeinsam wohnen

Gruppe junger Menschen in einer KücheIm Laufe des Studiums lernen Sie bestimmt viele nette Menschen kennen und gehen partnerschaftliche Beziehungen ein. Hier kommt vielleicht das Thema auf, zusammen wohnen zu wollen.

Während typische studentische Wohngemeinschaften kein Problem darstellen, unterstellt der Leistungsträger bei partnerschaftlichen Beziehungen und entsprechendes Zusammenwohnen, dass das Paar füreinander einstehen möchte, auch wenn es nicht verheiratet ist. Es wird eine so genannte eheähnliche Gemeinschaft angenommen. Hier spielt die Art, wie sie zusammen wohnen und die Dauer des Zusammenwohnens eine Rolle. Auch gemeinsame Konten oder Versicherungen stellen ein Problem dar.

Die Konsequenz ist, dass auch das Einkommen und Vermögen Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners angerechnet werden kann. Dies ist jedoch nicht in Ihrem Sinne, zumal Sie noch jung sind und vielleicht nicht in dieser Form füreinander einstehen wollen.

Mann und Frau sitzen am Tisch, darauf Unterlagen und TaschenrechnerUm Probleme und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie sich daher sehr gut überlegen, ob Sie während des Studiums heiraten oder in einer Beziehung zusammen wohnen wollen. Vor allem dann, wenn der Partner oder die Partnerin Vermögen über der Vermögensgrenze hat oder beispielsweise berufstätig ist und dadurch ein Einkommen über der Einkommensgrenze erwirtschaftet. Sauber getrennte Lebensverhältnisse sind hierbei sicherer.