Zeitmanagement

Obwohl Sie durch Ihren Studienplan einen zeitlichen Rahmen vorgegeben haben, treten viele Probleme aufgrund von Fehlplanungen im Zeitmanagement auf. Oft wird der zeitliche Anteil, den das Studium im Leben einnimmt, unterschätzt. Für einen guten Beginn und das erfolgreiche Beenden eines Studiums in angemessener Zeit ist eine gute Zeiteinteilung und Selbstorganisation das A und O. Patentrezepte gibt es allerdings nicht.

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Selbständigkeit und Eigenverantwortung – gegen den inneren Schweinehund

Der Beginn des Studiums bedeutet für Studierende oftmals einen großen Schritt zur Selbständigkeit, aber auch zur Selbstverantwortung. Der Schulalltag verlief streng nach einem vom Lehrpersonal erstellten Stundenplan. Schulbücher wurden für Sie besorgt. Klassenarbeiten wurden von den Lehrenden festgelegt und danach auch angekündigt, man musste sich dafür nicht anmelden und musste nur Bescheid geben, wenn man erkrankt war. Auch die Lernzeit war festgelegt: Für die Erledigung der Hausaufgaben räumten die Lehrkörper genaue Zeitfenster ein.

Viele Studienanfänger stehen daher vor den Problemen, nicht mehr ermahnt und aktiv angesprochen zu werden. Es fällt niemandem auf, wenn Sie nicht zu den Studienveranstaltungen erscheinen. Es gibt verlockende Freizeitangebote.

Es ist ein wichtiger Teil des Studiums, die zielorientierte Organisation und das eigenverantwortliche Lernen zu lernen. Sie müssen selbst entscheiden, an welchen Vorlesungen, Seminaren und Übungen Sie teilnehmen möchten und Sie müssen sich eigenständig dafür anmelden. Sie müssen sich auch selbst um Lehrbücher, Literatur und Skripte kümmern. Insbesondere in der Lernphase ist es wichtig, die vorbereitenden Unterlagen für Klausuren und Prüfungen rechtzeitig zu besorgen.

Einschreibe- und Abgabefristen müssen eingehalten werden, bei Hausarbeiten sollten Sie sich Zeit- und Schreibepläne erstellen.

Wie viel Zeit wozu?

Der erste Schritt: Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, wofür Sie Zeit benötigen und wie viel. Wenn Ihnen das spontan schwer fällt, können Sie sich zunächst mit Ihrer täglichen Zeiteinteilung genauer beschäftigen. Sie können auch eine Woche lang protokollieren, wofür Sie Ihre Zeit verwendet haben. Seien Sie in dieser Phase ehrlich zu sich selbst. Nicht immer ist es angenehm, wenn man erkennt, wofür die Zeit durch die Finger geronnen zu sein scheint.

Im Studium bietet es sich an, den Stundenplan als erste Grundlage für die Orientierung zu Rate zu ziehen. Hierbei müssen die Studien- und Prüfungsordnung berücksichtigt werden, die festlegen, welche und wie viele Veranstaltungen man pro Semester belegen muss.

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Neben den Zeiten für das Studium muss man auch die Zeitphasen einbeziehen, die man für die alltäglichen Dinge braucht wie Schlafen, Essen, Pflege, Hausarbeit, Familie und Freunde treffen, Freizeitaktivitäten.

Bewerten Sie nun Ihre Zeitaufstellung hinsichtlich folgender Leitfragen:

  • Was mache ich in der Woche wann? Wofür verwende ich die meiste Zeit?
  • Was muss ich am dringendsten erledigen und was ist eher unwichtig? Erstellen Sie eine Liste mit Prioritäten
  • Wie kann ich bestimmte Aufgaben besonders effektiv und zeitsparend erledigen? Bringt mich diesbezüglich die Umstellung meiner methodischen Herangehensweise weiter?
  • Gibt es größere Zeitintervalle, die unbestimmt verlaufen sind?

Versuchen Sie nun aufgrund Ihrer Analyse einen neuen Wunsch-Wochenplan zu erstellen. Prüfen Sie immer wieder in Zeitintervallen nach, ob Sie diesen einhalten können. Es gelingt Ihnen nicht?

Folgende Probleme könnten Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Planung im Wege stehen:

  • Der Zeitplan ist unrealistisch, weil Sie einige Aufgaben falsch eingeschätzt haben
  • Der Plan ist zu vollgestopft.
  • Sie schieben Dinge vor sich her. Deshalb fehlt Ihnen am Ende die Zeit.
  • Sie sind ausgepowert und arbeiten deshalb ineffektiv.
  • Sie verweilen zu lange bei Kleinigkeiten.

Die Studienberatung an Ihrer Hochschule kann Ihnen weitere wertvolle Tipps zum Zeitmanagement geben. Meist werden auch Kurse zum Thema Zeitmanagement angeboten.

Ein gutes Mittel, um Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren, sind To-Do-Listen, in denen Sie auch Zeitphasen für die einzelnen Aufgaben festlegen. So können Sie besser den Überblick behalten und die Arbeit sinnvoll einteilen. Schauen Sie regelmäßig in die Listen hinein und halten Sie diese aktuell, nur so sind sie das richtige Werkzeug.

Effektivität

Eine Möglichkeit Zeit zu sparen ist, an der eigenen Effektivität zu arbeiten. Wenn Sie bei der Bearbeitung einzelner Aufgaben schneller werden, bleibt mehr Zeit für andere Aufgaben.

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Um Ihre Effektivität zu steigern, lohnt es sich, an ihren Arbeitstechniken zu feilen. Dabei können verbesserte Lernstrategien aber auch ein Blick auf Ihre Ausstattung mit Hilfsmitteln und Ihren Einsatz persönlicher Assistenzen helfen. Sind diese nicht optimal auf Ihre Studiensituation angepasst, können sich bestimmte Aufgaben unnötig verzögern.

Realistische Ziele

Unabhängig von den Vorgaben, bis wann Prüfungsleistungen zu erbringen sind, sollten Sie immer prüfen, ob diese für Sie erreichbar sind. Meist zeichnet es sich ab, wenn ein Ziel nicht erreicht werden kann. Beugen Sie vor, damit Sie nicht von sich selbst enttäuscht und zunehmend demotiviert sind. Sehen Sie auch unter Selbstmotivation.

Damit Sie Ihr Arbeitsvolumen und Ihre Arbeitsweise besser beurteilen können, können Sie auch Kurse wahrnehmen, die meist von den Studienberatungsstellen angeboten werden.

Behinderungsbedingter Mehraufwand

Immer wieder kann es passieren, dass Sie aufgrund Ihrer Behinderung mehr Zeit benötigen als angenommen. Beziehen Sie dies in Ihre Planungen mit ein.

Erarbeiten Sie gemeinsam mit Vertrauenspersonen an Ihrer Hochschule einen alternativen Studienplan, der die Barrieren in Ihrem Studiengang berücksichtigt und alternative Veranstaltungen und längere Vorbereitungsphasen beinhaltet. So können Sie die Zeitplanung schon frühzeitig an Ihre Bedürfnisse anpassen und Rückschläge vermeiden.

Zudem gibt es verschiedene Strategien, um den behinderungsbedingten Mehraufwand zu kompensieren. So können Lerngruppen und Teams Benachteiligungen ausgleichen und zusätzliche Hilfsmittel oder Assistenzleistungen können helfen, Zeit zu sparen.