Community

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Nicht alle Menschen mit Handicap haben das Bedürfnis, sich in der eigenen Behindertencommunity zu bewegen oder zu engagieren. Vor allem Studierende mit Handicap, die integrativ oder inklusiv beschult wurden, haben Einwände gegen eine enge Anbindung an die Community. Um für sich diese ganz individuelle Entscheidung treffen zu können, sollen in diesem Artikel einige Aspekte in Bezug auf die Community näher erläutert werden.

Wohnraum und Gemeinschaft

Für sehgeschädigte Menschen ist es in der Regel leichter, mit der Welt der Sehenden zu kommunizieren, als für hörbehinderte Menschen mit der Welt der Hörenden. Daher unterscheiden sich auch die Bedürfnisse bezüglich der Wohnformen: Während Hörbehinderte gerne in Wohngemeinschaften mit ebenfalls Schwerhörigen oder Gehörlosen zusammenleben, wählen Sehgeschädigte lieber Wohngemeinschaften, in denen auch sehende Mitbewohner leben.

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Menschen mit einer Hörbehinderung empfinden die Gemeinschaft mit anderen Hörbehinderten in der Kommunikation angenehmer. Während im Studium die Wahrscheinlichkeit gering ist, Hörbehinderten im gleichen Studienfach oder den gleichen Veranstaltungen zu begegnen, kann der private Kontakt zu Hörbehinderten ein Ausgleich sein.

Ein reines Verbleiben in der Community erschwert es jedoch, sowohl das Studium als auch eine anschließende, der Qualifikation entsprechende, berufliche Karriere erfolgreich zu bewältigen. Denn im Studium ist das Networking [Artikellink zum Thema "Networking" wird ergänzt] natürlich sehr wichtig.

Austausch – Selbsthilfegruppen und Organisationen

Es gibt gerade für behinderte Studierende gute Gründe, der Community und ihren Organisationen nicht den Rücken zu kehren. Menschen mit Behinderung sind häufig auf den Einsatz technischer Hilfsmittel oder von Assistenzen angewiesen. Hier gibt es unterschiedliche Lösungsstrategien, die im praktischen Einsatz Vor- und Nachteile bieten. Da sich die Lösungsstrategien weiterentwickeln und neue hinzukommen, ist ein Austausch innerhalb der Community vorteilhaft. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie bisher wenig Austausch mit der Community hatten.

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Sind Sie sich beispielsweise unsicher, ob ein Hilfsmittel oder eine bestimmte Assistenz für die Bewältigung Ihres Studiums sinnvoll ist, können Sie sich innerhalb einer Selbsthilfegruppe herstellerneutrale Informationen beschaffen.

Bei der Beantragung von Hilfsmitteln und Assistenzen können Sie sich ebenfalls Tipps zur Antragsstellung bis hin zur individuellen Rechtsberatung im Ablehnungsfall einholen.

Gerade als Studierender ist man mit behinderungsspezifischen Fragen konfrontiert, die von universitären Beratungsstellen oft nicht beantwortet werden können. Selbsthilfegruppen, Stammtische usw. bieten zusätzliche Informationen und die relativ hohe Chance, in diesem Rahmen jemanden zu finden, der ein ähnlich gelagertes Problem schon für sich lösen konnte.

Kultur-, Sport- und Urlaubsangebote

Wenn Sie studieren, wollen Sie nicht nur die Hochschule bzw. den Campus kennenlernen, sondern auch die Stadt, die die Hochschule und ihre Einrichtungen umgibt.

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Je mehr Mitglieder eine Community hat, desto vielfältiger ist das Kultur- und Sportangebot für sie. Diese reichen von speziellen Kulturangeboten wie Museumsführungen mit Gebärdensprachdolmetschern bis hin zu kompletten Urlaubsangeboten.

Vor allem in größeren Städten gibt es auch spezielle Sportvereine, denen Sie sich anschließen können. Diese dienen nicht alleine dem Sport [Artikellink Sportangebote], sondern sind auch wichtige Treffpunkte der Community.

Zudem ist meist auch ihre Lobby stärker. So können die Betroffenen stärker Einfluss nehmen – über diverse rechtliche und demokratische Organe und durch Kontakte in der Politik, zum Beispiel Behindertenbeiräte.

Die wichtigsten Selbsthilfegruppen und Organisationen in Deutschland um im europäischen Raum sind:

  • Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. Am Zirkus 4, 10117 Berlin Telefon: +49(0)30/609895360 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.gehoerlosen-bund.de
  • Deutscher Schwerhörigenbund e.V. (DSB) Breite Straße 3, 13187 Berlin Telefon: +49(0)30/47541114, Telefax: +49(0)30/47541116 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.schwerhoerigen-netz.de
  • Deutscher Verein der professionellen Gehörlosen- und Schwerhörigen-Selbsthilfe e.V. (DVGSS) Bernadottestraße 126, 22605 Hamburg E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.dvgss.de
  • Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten – Selbsthilfe und Fachverbände e.V. Hollesenstraße 14, 24768 Rendsburg Telefon: +49(0)4331/589750, Telefax: +49(0)4331/589751 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.deutsche-gesellschaft.de
  • Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. Rosenstraße 6, 89257 Illertissen Telefon: +49(0)7303/9284313, Telefax: +49(0)7303/43998 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Intenet: www.dcig.de
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. (BHSA) Ihringshäuser Straße 10, 34125 Kassel Telefax: +49(0)911/3084499997 Internet: www.bhsa.de
  • Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e.V. (DHS) Lauterburgstraße 28, 96486 Lautertal Telefon/Fax: +49(0)9561/59323 E-Mail: Dieter. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.hoerbehindertenselbsthilfe.de
  • European Union of the deaf (EUD) Rue de la Loi – Wetstraat 26/15 1040 Brussels, Belgium Internet: www.eud.eu