Anmeldungen zu Lehrveranstaltungen

Wenn man sein Studium gut organisiert, lassen sich viele Probleme innerhalb eines Semesters vermeiden. Je nach Studienfach und laufendem Semester müssen unterschiedliche Dinge organisiert werden und es treten andere Schwierigkeiten auf. Das Wichtigste für Ihre Semesterplanung ist daher die Studienordnung und das Vorlesungsverzeichnis: Lesen Sie sich diese konzentriert durch und vermerken Sie sich Termine und Fristen beispielsweise für Anmeldungen oder Abgaben von Arbeiten in einem Zeitplan. Informieren Sie sich, welche Veranstaltungen im aktuellen Semester angeboten werden, zu welchen Zeiten und wo Sie stattfinden, welche Dozenten oder Professoren sie leiten und wie die konkreten Inhalte aussehen.

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Da die Kapazitäten von Hochschulen begrenzt sind, gibt es auch für Lehrveranstaltungen häufig Anmeldeverfahren. Die Anmeldephasen beginnen meistens in den Semesterferien und enden noch vor Veranstaltungsbeginn. Bei mancher Veranstaltung müssen Sie andere Veranstaltungen bereits erfolgreich besucht haben, um zugelassen zu werden.

Daher informieren Sie sich früh genug bei Professoren, Dozenten, der Fachschaft oder auf der Homepage der Hochschule. Dort erfahren Sie auch die genauen Anmeldezeiträume für die Veranstaltungen im folgenden Semester.

Verschiedene Veranstaltungstypen

Bei den unterschiedlichen Arten von Veranstaltungen bestehen unterschiedliche Regeln zur Anmeldung:

Vorlesungen sind in der Regel ohne Teilnahmebegrenzung, daher besteht oft keine Anmeldepflicht. Sie finden in großen Hörsälen statt, eine ausführliche Interaktion zwischen Professor und Studierenden ist nicht vorgesehen und die Vermittlung von Inhalten steht im Vordergrund. Bei Vorlesungen gibt es meist keine Wahlmöglichkeiten, sie finden zu EINEM festen Termin in der Woche statt.

Seminare und Projektseminare sind im Gegensatz dazu fast immer teilnahmebegrenzt, da bei einer zu hohen Teilnehmerzahl die Unterrichtsqualität leiden würde. Daher ist eine Anmeldung oft Pflicht. Da nur eine begrenzte Zahl von Studierenden in einem Seminar Platz findet, werden oft mehrere Alternativtermine für ein Seminar angeboten. Manchmal sind diese Seminare inhaltlich gleich, manchmal bieten sie aber auch verschiedene inhaltliche Schwerpunkte an. Man sollte sich also zuerst überlegen, welches Seminar inhaltlich am besten passt und dass es zeitlich nicht mit den anderen Veranstaltungen im Stundenplan kollidiert.

Übungen und Tutorien sind Ergänzungen zu einer Vorlesung oder zu Seminaren. Dementsprechend ist es wichtig, dass man die zur Vorlesung gehörenden Übungen und Tutorien im gleichen Semester belegt wie die Hauptveranstaltung. Meistens ist die Anmeldung hierfür an die der Seminare und Vorlesungen gekoppelt, informieren Sie sich aber vorher, ob eventuell eine extra Anmeldung erforderlich ist.

Anmeldephasen und Fristen

An den meisten Hochschulen gibt es mehrere Anmeldephasen. Informieren Sie sich unbedingt, welche für Sie relevant sind. Achten Sie darauf, den zeitlichen Rahmen zu berücksichtigen, damit Sie zum Ende der Anmeldefrist für alle benötigten Veranstaltungen angemeldet sind. Nachträglich noch in einen Kurs hineinzukommen, ist oft schwierig bis unmöglich.

Je nach Fach und Studienort kann es passieren, dass man eine Veranstaltung nicht belegen kann, weil es auf eine begrenzte Teilnehmerzahl zu viele Anmeldungen gibt. Es gibt teilweise auch Anmeldephasen, die nur solange dauern bis der Kurs voll ist. Oft erreicht der Kurs hier schnell die begrenzte Teilnehmeranzahl. Dann muss man ein Semester warten, bis die Veranstaltung wieder angeboten wird.

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Beachten Sie, dass manche Veranstaltungen nur im Sommersemester oder nur im Wintersemester angeboten werden. Wenn Sie diese Veranstaltung in einem Semester also nicht wählen können, müssen Sie unter Umständen ein ganzes Jahr warten, bis Sie wieder die Gelegenheit dazu bekommen.

Onlineanmeldeverfahren

Bei den meisten Hochschulen verlaufen diese Anmeldungen zu Lehrveranstaltungen wie auch andere administrative Vorgänge wie Prüfungsanmeldungen oder Notenbekanntgabe über das Internet. Manche Lehrkräfte pflegen allerdings noch ältere Methoden, wie eine Anmeldeliste an ihrer Bürotür, die an großen Unis am Morgen des Anmeldebeginns zu Studierendenschlangen führt.

Beim Onlineanmeldeverfahren hingegen wählen Sie aus einer Liste von Lehrveranstaltungen diejenigen aus, die für Sie selbst beziehungsweise Ihren Studiengang relevant sind. Sind mehrere Termine angeboten, muss man Prioritäten angeben. Die Auswahl ist meist elektronisch automatisiert.

Am besten stellen Sie sich schon vor Beginn der Anmeldephase den Stundenplan mithilfe der (Online-)Vorlesungsverzeichnisse und der Studienordnung so zusammen, wie Sie ihn sich idealerweise wünschen, aber Sie sollten auch Ausweichmöglichkeiten haben.

An manchen Hochschulen benötigt man zur Onlineanmeldung bestimmte Zugangsdaten, die wie ein Passwort die Anmeldung zu einer Veranstaltung bestätigen. Diese Daten bekommt man zu Beginn des Studiums nach der Einschreibung zugeschickt bzw. bei der Hochschulverwaltung, im Rechenzentrum oder bei der für die Onlineplattform zuständigen Stelle.

Tipps für Studierende mit Behinderung

Gerade für Studierende mit Behinderung ist es oft wichtig, in ein ganz bestimmtes Tutorium oder eine spezielle Übungsgruppe zu gelangen. Daher ist es für sie auch umso wichtiger, sich rechtzeitig anzumelden, zumal die Zeitfenster für die Anmeldungen oft recht klein sind oder das Anmeldeverfahren (zum Beispiel im Falle einer Onlineanmeldung) vielleicht auch nicht zugänglich ist. In diesen Fällen empfiehlt es sich, Kontakt zu den Fakultäten bzw. Instituten aufzunehmen. Es kann sein, dass Sie gegenüber den Verantwortlichen begründen müssen, warum Sie eine spezielle Übungsgruppe oder ein bestimmtes Tutorium besuchen wollen.

Folgende Begründungen sind möglich:

  1. Sie möchten gerne die Veranstaltung gemeinsam mit den Kommilitonen besuchen, mit denen Sie bereits Lerngruppen gebildet haben bzw. die in der Kommunikation mit Ihnen nicht gehemmt sind. Dies hat Vorteile für eventuelle Gruppenarbeiten.
  2. Sie haben vielleicht mit dem Übungsleiter bereits gute Erfahrungen gemacht und dieser ist, weil er Sie schon kennt, auf Ihre Behinderung eingestellt.
  3. Für Seh- und Hörbehinderte kann ein weiteres Argument sein, dass die Vorlesung oder das Seminar an einem Ort stattfindet, der für sie besonders leicht zugänglich ist bzw. der eine Infrastruktur aufweist, die unabdingbar ist(ausreichende Anschlussmöglichkeiten, Audioanlage etc.).
  4. Hörbehinderte müssen in der Regel Wochen bis Monate im Voraus Dolmetscher bestellen, daher müssen Sie so früh wie möglich feste Termine haben.
  5. Für Sehbehinderte ist es zentral, dass die Zeit zwischen den Veranstaltungen genügt, um von einem zum anderen Veranstaltungsort zu gelangen.

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Wenn Sie sich erfolgreich anmelden konnten, können Sie auch noch vor Veranstaltungsbeginn Kontakt mit den Lehrkräften aufnehmen, zum Beispiel um Sie über Ihre Behinderung und besonderen Bedürfnisse aufzuklären [Artikellink zu Sensibilisierung von Lehrkräften wird ergänzt].

Bei einer persönlichen Vorstellung können Sie offen die Probleme, die in den jeweiligen Veranstaltungen aufgrund ihrer Behinderung entstehen könnten, besprechen und Sie könnten auch vereinbaren, wie der Hochschullehrer Sie unterstützen kann. Demonstrieren Sie – wenn Sie dazu Zeit finden – wie Sie mit Ihren Hilfsmitteln arbeiten.

Auch wenn Anmeldephasen oft vor Beginn des neuen Semesters liegen, kann der Zeitraum zwischen der Mitteilung, welche Anmeldung erfolgreich war und Beginn der Veranstaltung, zu kurzfristig sein, um Studienassistenzen wie Dolmetscher oder Mitschreibkräfte zu organisieren.

Behinderte Studierende mit Assistenzbedarf haben gegebenenfalls Schwierigkeiten, rechtzeitig im Voraus zu wissen, für welche Termine sie Studienassistenzen beauftragen sollen. Daher ist es ratsam, so früh wie möglich einen festen Semesterwochenstundenplan zu haben.

Sollte der verbleibende Zeitraum bis zum Beginn des Semesters nicht ausreichen, um Arbeitsassistenzen zu den benötigten Zeiten zu beantragen, haben Sie Anspruch auf einen Nachteilsausgleich. Wenden Sie sich an die Fachstudienberatung, den Verantwortlichen für die Lehrveranstaltung oder den Beauftragten für Studierende mit Behinderung der Hochschule und bitten Sie darum, dass Sie im Vorhinein einem Kurs zugeteilt werden. Gegebenenfalls können Sie sich dann sogar aussuchen, welcher Termin Ihnen am besten passt.