Praktika: Organisation

Ein straff organisiertes Studium mit einem hohen Arbeitspensum zu absolvieren, ein Auslandssemester und dann auch noch ein Praktikum irgendwo dazwischen? Die Konkurrenz unter den Studierenden um die späteren Arbeitsplätze setzt Studierende oft unter einen gewissen Druck, den Wunschanforderungen der Arbeitgeber nachzukommen. Daher ist eine gute Planung unabdingbare Voraussetzung für ein Praktikum.

Zeitpunkt und Dauer

Das straff organisierte Studium sorgt dafür, dass Sie sich im Vorfeld ausreichend Gedanken machen müssen, wann Sie ein Praktikum im Studium integrieren können. Wenn die Praktika in der Prüfungs-/Studienordnung nicht vorgeschrieben sind, haben Sie natürlich freie Wahl, andererseits aber auch weniger Zeit, weil keine Zeit für Praktika vorgesehen ist.

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Hilfreich ist es in jedem Fall, wenn Sie sich, z.B. vor dem Studienbeginn schon, einen Studienplan gemacht haben. So wissen Sie auch, wann Sie mit der Organisation anfangen müssen.

Üblicherweise werden freiwillige Praktika in den Semesterferien in einer späteren Phase des Studiums absolviert und dauern mindestens zwei bis drei Monate.

Arbeitgeber sehen es aber auch gerne, wenn Sie mehr Zeit haben, z.B. sechs Monate. Das kann für Sie den Vorteil haben, dass Sie sich sehr gut einarbeiten und sich dem Arbeitgeber sehr ausführlich präsentieren können. Dafür müssen Sie dann jedoch ein ganzes Urlaubssemester [Artikellink zum Thema "Uralubssemester" wird ergänzt] einplanen.

Ein Urlaubssemester kann auch bei kürzeren Praktika notwendig sein, wenn Ihre Semesterferien mit Prüfungen verplant sind und Sie somit sonst keine Zeit für Praktika hätten.

Bei Pflichtpraktika gibt es mehr oder weniger strikte Vorgaben durch die Studien-/Prüfungsordnung, wie lange und mit welchen Inhalten Sie Ihr Praktikum zu absolvieren haben. Richten Sie sich nach diesen Vorgaben!

Vorbereitung und Bewerbung

Bevor Sie ein Praktikum beginnen können, müssen Sie einige Vorbereitungen abschließen. Dazu benötigen Sie Zeit. Planen Sie daher mindestens ein Jahr Vorlaufzeit ein.

Denn nachdem Sie sich bereits Gedanken über die Finanzierung gemacht und nach einem Praktikum gesucht haben, müssen Sie sich noch bewerben und gegebenenfalls beim Arbeitgeber in einem Vorstellungsgespräch vorstellen. Für die Bewerbung alleine können Sie bereits sechs bis zwölf Monate Vorlaufzeit kalkulieren.

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Hinweise zum Thema Bewerbung finden Sie im Modul Berufseinstieg. Dort können Sie sich näher informieren. Bewerben Sie sich aber sicherheitshalber für mehrere Stellen. So steigen Ihre Chancen, dass es klappt.

Im Gegensatz zur Bewerbung um einen Arbeitsplatz nach dem Studium kann man allgemein sagen, dass das Auswahlverfahren bei Praktikanten weniger intensiv ist. In der Regel werden Sie bei Interesse zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und dann wird entschieden, ob Sie ein Praktikumsangebot erhalten.

Organisationsaufwand durch Behinderung

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Wenn Sie auch in einem Praktikum behinderungsbedingten Mehrbedarf haben, dann müssen Sie sich im Vorfeld mit der Frage befassen, ob Sie in einem Praktikum beispielsweise Arbeitsassistenz oder Arbeitsplatzausstattung erhalten können oder ob die Eingliederungshilfe auch während des Praktikums Unterstützung leistet. Hierbei könnte der Kostenträger danach fragen, ob es sich überhaupt um ein Pflichtpraktikum handelt. Detaillierte Informationen zu diesem Aspekt finden Sie im Artikel „Umgang mit der eigenen Behinderung“ [Artikellink zum Thema "Praktika: Umgang mit der eigenen Behinderung" wird ergänzt]. Zudem bedenken Sie, dass auch der Arbeitgeber von Ihnen aufgeklärt werden muss.

Informieren Sie sich im Vorfeld, ob Sie eine Praktikumsbetreuung am Arbeitsplatz haben und wer dafür verantwortlich ist. Ihre Betreuungsperson sollte sich um Ihre Einführung in das Unternehmen und um erste Arbeitsaufträge kümmern. Seien Sie aber zusätzlich von Anfang an aktiv und fragen Sie selbstständig nach möglichen Aufgaben.