Studentenwohnheim

Die Nachfrage im Hinblick auf eine günstige Wohnmöglichkeit ist bei den Studieninteressierten sehr groß. Deshalb sollte möglichst früh mit der Suche nach einem Zimmer oder einer Wohnung begonnen werden. Als besonders schwierig kann sich diese Suche für Studierende und Studieninteressierte mit Behinderung gestalten, da die Räumlichkeiten häufig nicht behindertengerecht ausgestattet sind.

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So machen ein enges Treppenhaus, schmale Türen und ein fehlender Aufzug rollstuhlfahrenden und gehbehinderten Studieninteressierten, eine schlechte Verkehrsanbindung Sehgeschädigten und eine Konzentration auf akustische Signale im Wohnumfeld Hörbehinderten das Leben schwer.

Gibt es auch Wohnungsanbieter für Studieninteressierte mit Handicap, bei denen große Chancen bestehen, aufgenommen zu werden? Und wie sehen Räumlichkeiten aus, die individuellen Bedürfnissen gerecht werden?

Wohnformen im Studentenwohnheim

Die Möglichkeit, kostengünstig unterzukommen, bietet ein Studentenwohnheim. Deutschlandweit sind es mehr als 180.000 Wohnheimplätze, die den Studierenden zur Verfügung stehen. Dabei variieren die Mieten je nach Wohnheim, Hochschulstandort, Ausstattung, Zimmergröße und Lage.

Es kann zwischen unterschiedlichen Wohnformen gewählt werden. Die meisten Zimmer sind möbliert, das heißt zweckmäßig ausgestattet mit Schreibtisch, Bett, Schrank und Regal und verfügen meist standardmäßig über einen Internetanschluss. Bettwäsche kann bei Bedarf geliehen werden.

Ein Einzimmerappartment besteht aus einem Zimmer mit separater Kochnische sowie einem eigenen WC und Bad. Zwei- und Dreizimmerwohnungen können von Paaren und Studentenfamilien angemietet werden.

Die Einzelzimmer einer Flurgemeinschaft werden meist direkt vom Studentenwerk vergeben. Im Unterschied dazu können Zimmer in Wohngemeinschaften innerhalb der Studentenwohnheime, die meist über eine gemeinsame Küche sowie Bad und WC verfügen, direkt von den WG-Mitbewohnern vergeben werden.

Für die Sauberkeit der Gruppenräume ist die WG meist selbst zuständig, manchmal gibt es aber auch Reinigungskräfte, die diese Aufgabe für das ganze Wohnheim erfüllen.

Studierenden mit Handicap stellt das Studentenwerk ein Kontingent an speziell ausgestatteten Räumlichkeiten zur Verfügung. Dabei können die Gemeinschaftsräume sowie Musikzimmer und Waschmaschinenraum den sozialen Anschluss fördern, was besonders Menschen mit Behinderung zu gute kommen kann.

Fragen Sie am besten beim Studentenwerk nach oder besichtigen Sie ein Studentenwohnheim vor Ort, um die dort vorhandenen Wohnformen, deren Barrierefreiheit und Zugänglichkeit genau beurteilen zu können. Solch eine Besichtigung vor Ort wird Ihnen auch einen besseren Einblick in Hinblick auf die Anbindung des Wohnheimes an den öffentlichen Personennahverkehr verschaffen. Informieren Sie sich außerdem beim Studentenwerk Ihres Hochschulortes, ob die Mietdauer der Wohnheimzimmer begrenzt ist oder ob das Zimmer auf jeden Fall bis zum Abschluss des Examens bewohnt werden kann.

Antragstellung bei der Wohnraumvermietung des Studentenwerks

Wenn Sie sich für die Wohnform Studentenwohnheim entschieden haben, sollten Sie aufgrund der langen Wartelisten den Antrag für ein Zimmer möglichst früh einreichen. Dies ist bis zu sechs Monaten vor dem gewünschten Einzugstermin möglich. Die entsprechenden Onlineformulare sowie weitere Informationen erhalten Sie bei der Wohnraumverwaltung des örtlichen Studentenwerks des Hochschulortes.

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Nutzen Sie bei der Antragstellung die Möglichkeit, auf den Grad und die Art Ihrer Behinderung zu verweisen sowie die besondere Härte darzulegen, um bei der Aufnahme bevorzugt behandelt zu werden. Falls Sie keinen der behindertengerechten Plätze mehr bekommen haben, können Sie Unterstützung bei den Behindertenbeauftragten der Stadtverwaltung, dem Sozialamt und dem Wohnungsamt erfragen.