Studienplan

Da ein Studium viel Eigenregie voraussetzt, ist einer der wichtigsten Aspekte die Studienplanung. Während in jedem Semester ein neuer Semesterstundenplan [Artikellink zum Thema „Semesterstundenplan“ wird ergänzt] zusammengestellt werden muss, dürfen Sie dabei auch den gesamten Studienverlauf nicht aus den Augen verlieren. Wann sollen welche Seminare absolviert, welche Prüfungen abgelegt und welche Praktika absolviert werden? Viele dieser Fragen werden in Ihrer Studien- und Prüfungsordnung beantwortet.

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Studien- und Prüfungsordnung

Üblicherweise finden sich die Studien- und Prüfungsordnungen Ihres Studienganges bei den Internetangeboten Ihrer Fakultät und werden zum Studienbeginn ausgegeben. Sie können sich aber auch direkt an die Fachschaften oder die Zentrale Studienberatung wenden.

In Ihrer Studienordnung finden Sie alle wichtigen Informationen über Konzeption und Aufbau des Studienganges und einen Überblick über Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Fristen. Nutzen Sie die Studienordnung als Leitfaden für Ihr Studium. Die zu erbringenden Leistungen werden in der Prüfungsordnung verbindlich festgelegt.

Es ist wichtig, den genauen Aufbau und Ablauf des Studienganges zu kennen, um den eigenen Semesterstundenplan nach den bestehenden Vorgaben der Hochschule optimal planen und zusammenstellen zu können.

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Studienfortschritt in Zahlen

Der Fortschritt im Studium wird mit Leistungspunkten (LP) bzw. Credit Points (CP) bewertet. Zum erfolgreichen Abschluss Ihres Studiums müssen Studierende eine vorgegebene Punktzahl erreichen.

Leistungspunkte sollen die Arbeit, die Sie in Ihr Studium gesteckt haben, nachvollziehbar machen. So wird laut Hochschulrektorenkonferenz davon ausgegangen, dass in einem akademischen Jahr, also in zwei Semestern, 1.500 bis 1.800 Stunden für Studienleistungen aufgebracht werden. Dies entspricht 60 Leistungspunkten. Daraus ergeben sich etwa 25 bis 30 Arbeitsstunden pro Leistungspunkt.

Natürlich dürfen diese Zahlen nicht als absolut gesehen werden. Manche Studierende benötigen mehr, andere weniger Zeit, um dasselbe Studienergebnis vorzuweisen. Diese Zeitvorgaben sind also als Richtwert zu verstehen. Die tatsächliche Arbeitszeit kann von Person zu Person variieren.

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Studienleistungen

Insgesamt sollten pro Semester etwa 30 Leistungspunkte gesammelt werden, um die in der Studienordnung vorgegebene Regelstudienzeit einhalten zu können. Diese Punkte bekommen Studierende für die erfolgreiche Teilnahme an Lehrveranstaltungen bzw. Modulen.

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Module sind beispielsweise Seminare, Vorlesungen oder Übungen, aber auch Praktika oder Abschlussarbeiten und Abschlussprüfungen [Artikellink zum Thema „Prüfungen“ wird ergänzt]. Wie viele Leistungspunkte ein Modul bringt, hängt mit dem benötigten Zeitaufwand zusammen und ist in den Modulbeschreibungen der Prüfungs- und Studienordnung festgelegt.

Zeitplan für das Studium

Gerade das erste Semester ist in den meisten Studiengängen sehr eng vorgegeben. So können sich Studierende mit den organisatorischen Herausforderungen des Studiums langsam vertraut machen. In den weiteren Semestern gilt es, das Studium den eigenen Interessen anzupassen. So haben Sie in vielen Modulen die Wahl zwischen verschiedenen Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten.

Versuchen Sie, sich schon zu Beginn Ihres Studiums ausgiebig mit dem Studienverlauf auseinander zu setzen und überlegen Sie, was Sie in welchem Semester machen wollen. Auch wenn viele Veranstaltungen von der Studienordnung bereits vorgegeben sind, gibt es weitere Aspekte, die sie selbst in der Hand haben. Wollen Sie beispielsweise ein Auslandssemester absolvieren, schwebt Ihnen ein besonderes Praktikum vor oder wollen Sie an Ihren Bachelor auf jeden Fall ein Masterstudium anhängen?

Um einen guten Überblick zu bekommen, sollten Sie sich einen Zeitplan erstellen, was Sie in welchem Semester machen wollen. Nehmen Sie dafür die Studienverlaufsübersicht aus Ihrer Studienordnung als Ausgangsbasis.

Solche Aspekte sollten Sie rechtzeitig einplanen – nicht nur, um dies in Ihrer Studienplanung zu berücksichtigen, sondern auch, um die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig in die Wege zu leiten. Notieren Sie sich bei Ihrer Planung auch Fristen, bis wann Sie sich für Veranstaltungen oder Prüfungen anmelden müssen. Dies können Sie dann zum Anfang jeden Semesters in Ihren Semesterstundenplan [Artikellink zum Thema „Semesterstundenplan“ wird ergänzt] übertragen, um keine Fristen zu verpassen. So vermeiden Sie unnötige Wartezeiten.

Beachten Sie auch, dass manche Veranstaltungen aufeinander aufbauen und nur nacheinander besucht werden können und andere Veranstaltungen nur im Winter- oder Sommersemester angeboten werden. Alles dies gilt es, bei der Erstellung Ihres Studienplans zu beachten. Wer sich damit überfordert fühlt, findet Hilfe bei den zuständigen Fachschaften und Beratungsstellen.

Anders als geplant: Änderungen am Studienplan

Wenn Sie Ihren Studienplan aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen anpassen müssen, lohnt sich nicht nur ein Blick auf das kommende Semester, sondern auch auf den restlichen Studienverlauf.

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Wenn einzelne Veranstaltungen verschoben werden, kann dies Auswirkungen auf zukünftige, darauf aufbauende, Veranstaltungen haben. Solche Änderungen können dazu führen, dass das Studium nicht mehr in der festgelegten Regelstudienzeit zu schaffen ist. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Laut einer Studie vom Hochschul-Informations-System (HIS) schafften 2010 weniger als 40 Prozent der Absolventen den Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit.

Nicht bestandene Prüfungen können Sie wiederholen. Manchmal gibt es solche Wiederholungsprüfungen noch in derselben Prüfungsphase, manchmal ist die Prüfung an eine Veranstaltung gebunden, die Sie erneut besuchen müssen.

Klären Sie mit der Lehrkraft oder Ihrer Fachschaft ab, wie Sie eine Wiederholungsprüfung am besten in Ihren Studienplan einbauen können und welche Anpassungen dafür notwendig sind.

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Auch bei der Abgabe von schriftlichen Ausarbeitungen wie Haus- oder Studienarbeiten können Verzögerungen auftreten. Die konzentrierte Vertiefung und Recherche von wissenschaftlichen Themen [Artikellink zum Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ wird ergänzt] stellt viele Studierende vor große Herausforderungen und kann sich länger hinziehen, als geplant.

Achten Sie darauf, dennoch keine Fristen zu verpassen. Wenn Sie absehen können, dass Sie eine Frist nicht einhalten können, klären Sie die Konsequenzen oder eine Fristverlängerung mit Ihrer Lehrkraft ab. Wenn sich dabei Probleme abzeichnen, lassen Sie sich von Ihrer Fachschaft, der Studienberatung oder auch den Behindertenbeauftragten unterstützen.

Auch wenn Sie Ihren Studienplan im Laufe des Studiums mehrfach anpassen und überarbeiten werden, hilft er Ihnen trotzdem, sich regelmäßig Ihre Ziele bewusst zu machen.

Behinderungsbedingte Anpassungen am Studienplan

Gerade für Menschen mit Behinderung kann die Einhaltung klassischer Studienpläne für den Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit schwierig sein. Schließlich bietet kaum ein Studiengang Lernmaterialien, die jeder Behinderung gerecht werden. Auch die verschiedenen Veranstaltungen und Prüfungsleistungen müssen den besonderen Bedürfnissen angepasst werden. Dies kostet nicht nur Mühe, sondern auch Zeit, die an anderer Stelle verloren geht.

Versuchen Sie daher, dies bereits bei Planung zum Anfang des Studiums zu berücksichtigen, um später Enttäuschungen durch unrealistische Ziele zu vermeiden.

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Seitens der Hochschule gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese besonderen Aufwände auszugleichen. Versuchen Sie gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten und der Fachschaft Probleme durch behinderungsbedingten Mehraufwand frühzeitig zu identifizieren und Lösungen wie Nachteilsausgleiche zu finden. Diese können zum Beispiel neben Änderungen an Prüfungsanforderungen auch Zeitverlängerungen oder Alternativen zu bestimmten vorgegebenen Leistungen umfassen.