Die Eingliederungshilfe: Der Antrag

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Wenn Sie Eingliederungshilfe beantragen, werden Sie schnell merken, dass die Antragsstellung einen hohen Aufwand darstellt. Zudem ist die Zeit bis zum Studienbeginn meist sehr knapp, so dass Sie einige Dinge beachten sollten, damit es nicht zu Verzögerungen kommt.

Zuständiger Leistungsträger

Welche Behörde genau für die Bearbeitung Ihres Antrags auf Eingliederungshilfe zuständig ist, hängt von Ihrem Erstwohnsitz ab. Dies ist in der Regel der Wohnsitz der Eltern. Genauere Informationen zur Zuständigkeit an Ihrem Wohnsitz finden Sie auch bei der BAGüS, der Bundesarbeitsgemeinschaft überörtlicher Sozialträger.

Ein Studienbeginn kann häufig mit einem Umzug verbunden sein. Müssen Sie sich für einen Studienplatz bewerben, wissen Sie gegebenenfalls erst ein bis zwei Monate vor Studienbeginn, wo Sie studieren werden. Dann müssen Sie Ihren Umzug sehr kurzfristig planen. Die Verlegung des Erstwohnsitzes an den Studienort führt unter Umständen zu einem Wechsel der zuständigen Behörde und dadurch zu Verzögerungen bei der Bearbeitung des Antrags.

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Allerdings können Sie Ihren Erstwohnsitz zunächst bei den Eltern belassen und am Studienort einen Zweitwohnsitz anmelden. Dadurch könnten Sie einen Wechsel der Zuständigkeit vermeiden. Hierbei müssen Sie jedoch beachten, sich frühzeitig darüber zu informieren, ob es an Ihrem zukünftigen Studienort eine Zweitwohnsitzsteuer gibt.

Antragsdauer und Antragszeitpunkt

Neben der Zuständigkeitsfrage haben Sie also auch eine gewisse Zeitnot, wenn Sie rechtzeitig mit Studienbeginn die Zusage für die Finanzierung der Studienassistenzen und Hilfsmittel benötigen, da Sie mit einer längeren Bearbeitungszeit (einige Wochen oder gar Monate) durch den Leistungsträger rechnen müssen.

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Stellen Sie daher so früh wie möglich Ihren Antrag. Das setzt voraus, dass Sie so früh wie möglich wissen, wo Sie studieren und wohnen werden. Optimal wären mindestens drei bis sechs Monate vor Studienbeginn, also zum Beispiel unmittelbar nach dem erfolgreichen Abitur.

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Natürlich wissen Sie das dann gegebenenfalls noch nicht, weil Sie noch auf eine Zusage der Studienplatzbewerbung warten müssen. Wenn Sie allerdings einen Härtefallantrag stellen, können Sie damit rechnen, für Ihr Wunschstudienfach an der Wunschhochschule angenommen zu werden.

Die Bearbeitungszeit hängt zum einen davon ab, ob alle wichtigen Antragsunterlagen vorliegen. Bestimmte Unterlagen können Sie bereits sehr früh zusammenstellen. Andere, wie beispielsweise den Immatrikulationsnachweis, können Sie erst später nachreichen, da Sie diese Unterlagen selbst erst spät zur Verfügung haben.

Zum anderen hängt die Bearbeitungszeit von der Bereitschaft und Erfahrung der zuständigen Behörde ab. Wenn die Sachbearbeiter selten mit Fällen wie Ihrem konfrontiert sind und weil es bei Studienassistenzen schnell um sehr hohe Summen geht, könnten Sie hier auf Probleme stoßen. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie zu Beginn des ersten Semesters unter Umständen keine Finanzierungszusage haben. Machen Sie daher deutlich, wie wichtig es ist, dass der Antrag schnellstmöglich bearbeitet wird und fragen Sie eventuell regelmäßig nach.

Antragsunterlagen

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Welche Antragsunterlagen Sie einreichen müssen, erfahren Sie in einem weiteren Artikel [Artikellink zum Thema "Die Eingliederungshilfe: Das Antragsverfahren" wird ergänzt].

Ihr Bedarf

Ein wesentlicher Punkt im Antragsverfahren ist die Feststellung Ihres Bedarfs. Also die Beantwortung der Frage, welche Leistungen Sie benötigen und wie viel diese kosten sollten. Ein Beispiel, wie ein solcher Bedarf für Menschen mit einer Hörbehinderung aussehen kann, wird ebenfalls in einem anderen Artikel im Bereich Studienassistenz behandelt.

Leistungsform

Eine Frage, mit der Sie sich im Antragsverfahren ebenfalls befassen sollten, ist die Frage, ob Sie die Eingliederungshilfe monatlich ausgezahlt bekommen möchten. Hierbei spricht man auch von der sogenannten Geldleistung.

Bei der Geldleistung erhalten Sie das Geld auf Ihr Konto überwiesen und verwalten es selbst. Da es sich um mehrere Tausend Euro monatlich handeln kann, müssen Sie mit der Verantwortung umgehen können. Sie sollten diese Gelder, beispielsweise auf einem Zweitkonto, getrennt von Ihren privaten Geldern halten. Die Studienassistenzen schicken Ihnen die Rechnungen, die Sie kontrollieren, überweisen, aufbewahren und später nachweisen müssen.

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Da bei der Geldleistung der Verwaltungsaufwand und die Risiken erheblich höher sind, könnten Sie sich alternativ wünschen, dass der Leistungsträger sich selbst darum kümmert. Hier spricht man auch von Sachleistung. Die Studienassistenzen rechnen dann Ihre Leistungen direkt mit dem Leistungsträger ab.

Auch Mischformen aus Geld- und Sachleistung können sehr sinnvoll sein. Wenn Sie zum Beispiel das Geld für Mitschreibkräfte und Tutorinnen wie Tutoren ausgezahlt bekommen, aber die Dolmetschenden direkt mit dem Leistungsträger abrechnen. Dies ist sinnvoll, weil Mitschreibkräfte und Tutorinnen sowie Tutoren im Gegensatz zu Dolmetschenden eher keine Erfahrungen im Umgang mit Leistungsträgern haben.

Anträge auf Weiterbewilligung

Häufig erhalten Sie Eingliederungshilfe nur für ein oder zwei Semester bewilligt. Genauere Informationen enthält Ihr Bewilligungsbescheid. Zum Ende des bewilligten Zeitraumes sollten Sie einen formlosen Antrag auf Weiterbewilligung stellen. Hier reichen wenige Sätze in einem Brief aus, mit denen Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie auch weiterhin Eingliederungshilfe für das Studium benötigen.

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