Technische Hilfsmittel

Der Alltag von Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung wird oft von technischen Hilfsmitteln begleitet. Mit deren Hilfe können Situationen des täglichen Lebens besser gemeistert und Aufgaben effizienter gelöst werden. Auch für das Studium und das Arbeitsleben ist die Auswahl an adäquaten Hilfsmitteln von großer Bedeutung. Folgende technische Hilfsmittel können beispielsweise zur Unterstützung eingesetzt werden.

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Vibrations- und Lichtwecker / Lichtsignalanlagen

Vibrations- und Lichtwecker dienen genau wie akustische Wecker dazu, rechtzeitig aufzustehen, um pünktlich zu einer Hochschulveranstaltung oder zu einem Termin zu erscheinen. Es gibt verschiedene Formen: Separate Vibrationskissen für spezielle Uhren, reine Blitzwecker, Wecker mit einer Zeitschaltuhr für eine normale Lampe oder integrierte Vibrations- und Lichtwecker. Lichtsignalanlagen reagieren zum Beispiel auf akustische Signale wie Türklingeln, Telefon oder auch Babygeräusche und informieren Sie über Lichtsignale.

Welche Modelle und Hersteller es gibt, erfahren Sie bei entsprechenden Händlern und beispielsweise bei Hörgeräteakustikern. Wenn Sie bereits einen Vibrations-/Lichtwecker oder eine Lichtsignalanlage besitzen, können Sie gegebenenfalls Zweitgeräte beantragen, zum Beispiel wenn Sie neben dem Elternhaus in einer Studentenwohnung am Studienort wohnen.

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Hörgeräte / Cochlea-Implantate / Induktionsanlagen

Wenn Sie auf ein Hörgerät angewiesen sind oder ein Cochlea-Implantat (CI) haben, können Sie sich Gedanken darüber machen, ob dieses technische Hilfsmittel den Kommunikationssituationen im Studium gewachsen ist. Vorlesungen, Essen gehen in der Mensa, Lerngruppen-Treffen mit Kommilitonen in großen Lernräumen oder auch die abendlichen Studentenfeten sind Situationen, die in geräuschvollen Umgebungen stattfinden.

In Vorlesungen sitzen die Studierenden häufig in Reihen, so dass viele Ihrer Mitstudierenden hinter Ihnen sitzen und Sie diese nicht ohne weiteres sehen und hören können. Moderne Geräte bieten Zusatzfunktionen, die Ihnen die Kommunikation auch unter Störgeräuschen mit mehreren Personen erleichtern sollen.

Eine weitere Möglichkeit stellen sogenannte Induktionsanlagen dar. Verfügt der Hörsaal über eine solche Anlage, müssen Sie im Hörgerät/CI über eine T-Spule verfügen, um diese nutzen zu können. Lehrkräfte verwenden in großen Vorlesungsräumen in der Regel Mikrofone, die mit Raumboxen verbunden sind, damit sie auch in der letzten Reihe von den Studierenden verstanden werden können. Dieses Signal wird bei einer Induktionsanlage gleichzeitig drahtlos direkt an Ihr Gerät mit T-Spule übertragen.

Beachten Sie, dass jedoch nicht alle Räume der Hochschulen Induktionsanlagen besitzen und die Anlage manchmal nur an bestimmten Plätzen im Raum nutzbar ist.

FM-Anlagen

Statt einer Induktionsanlage kann auch eine mobile FM-Anlage verwendet werden. Diese besteht aus einem Sender mit Mikrofon und einem Empfänger, der in der Regel am Hörgerät oder CI angebracht ist.

Die Reichweite des Senders mit dem Mikrofon ist begrenzt: Sie können damit nur die Personen im Umkreis des Senders hören und dürfen daher vom Sender nicht zu weit weg sein. Um die Flexibilität in Situationen mit mehreren im Raum verteilten Sprechenden zu erhöhen, können Sie auch versuchen, mehrere Sender mit Mikrofon zu beantragen und diese zu verwenden.

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Einsatz von Ferndolmetschern

Zu den technischen Hilfsmitteln gehört auch die Kombination aus einem Mikrofon, sowie einem Laptop, Tablet oder Smartphone, um Ferndolmetscher einsetzen zu können, die über das Internet arbeiten und an einem anderen Ort ansässig sind. Daher muss das Gesprochene über ein Mikrofon und einen an einem Laptop oder ähnlichem angebrachten Empfänger über Internet an den Dolmetschenden übertragen werden.

Dieser übersetzt dann das Gesprochene in Text oder Gebärdensprache. Die Übersetzung wird dann zurückgesendet und kann darauf von Ihnen betrachtet werden. Entweder Sie schauen sie sich alleine an einem Laptop, Tablet oder Smartphone an oder die Übersetzung wird für alle sichtbar per Beamer an eine Leinwand projiziert.

Ferndolmetscher können nicht nur in Hochschulveranstaltungen, sondern auch für Telefonate im privaten oder beruflichen Bereich eingesetzt werden.

Es gibt verschiedene Anbieter von Ferndienstleistungen mit jeweils unterschiedlicher Software und Unterstützung von Endgeräten. Informieren Sie sich bei den entsprechenden Anbietern, was Sie genau an technischen Hilfsmitteln benötigen, um die Angebote nutzen zu können.

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Hinweis: Welche Hilfsmittel dabei für Sie selbst am geeignetsten sind, hängt von Ihrer individuellen Situation und Ihren Wünschen ab. Befassen Sie sich rechtzeitig mit diesem Thema, da Sie für die Finanzierung der technischen Hilfsmittel Anträge bei unterschiedlichen Kostenträgern stellen müssen [Artikellink zum Thema „Finanzierung von Assistenzen und Dolmetschern“ wird ergänzt]. Neben den technischen Hilfsmitteln gibt es für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung zudem auch personelle Assistenzen [Artikellink zum Thema „Persönliche Assistenz“ wird ergänzt].