Studienplatzbewerbung

Wenn man sich entschlossen hat, ein Studium zu absolvieren, steht die Auswahl an, was und wo man studieren möchte. Steht diese Auswahl fest, muss man sich für den Studienplatz bewerben. Je nach Hochschule und Studiengang unterscheiden sich die Bewerbungverfahren.

Der Ursprung des Begriffs „Einschreibung“ liegt im Lateinischen, daher wird stattdessen häufig das Wort „Immatrikulation“ verwendet: „Immatrikulieren“ beinhaltet das Wort „Matrikel“ (Liste) und bedeutet so viel wie „in eine Liste eintragen“. Wer studieren will, muss sich also für sein gewünschtes Studienfach in eine Liste eintragen. Auch wenn man sich heute nicht mehr per Hand in eine Liste einträgt, sondern das Verfahren meist elektronisch erfolgt, hat sich der Begriff „immatrikulieren“ gehalten. Wie man ein passendes Studium und einen passenden Studienplatz für sich selbst findet, wird unter „Was studieren?“ und „Wo studieren?“ ausführlich beschrieben.

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Studienplatzvergabe

Bei der Studienplatzvergabe wird zwischen „zulassungsfreien“ und „zulassungsbeschränkten“ Studiengängen unterschieden. Bei zulassungsfreien Studiengängen ist keine Bewerbung nötig und die Einschreibung erfolgt direkt vor Ort, hierzu sollte man sich über das Verfahren bei der jeweiligen Hochschule erkundigen: Informationen dazu finden sich beim Studentensekretariat am Studienort, der Studienberatung oder der Homepage der Hochschule. Hier findet man alles weitere darüber, wo, wie und wann die Einschreibung stattfindet. Aufwändiger ist es bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen: Hier ist vor der Einschreibung eine Bewerbung notwendig, da es weniger Studienplätze gibt als Bewerber, d.h. nur ein bestimmter Anteil der Bewerber kann das Studium aufnehmen. Die Bewerbung geschieht, abhängig von Studiengang und Studienort entweder über eine zentrale Stelle für ganz Deutschland oder an den einzelnen Hochschulen. Detaillierte Angaben zu den verschiedenen Verfahren, Studiengängen und Zulassungsbedingungen finden Sie auf der Homepage der jeweiligen Universität oder auf www.hochschulkompass.de und www.hochschulstart.de.

Auswahlkriterien bei zulassungsbeschränkten Studiengängen

Da es bei zulassungsbeschränkten Studiengängen weniger Studienplätze als Bewerber gibt, existieren verschiedene Kriterien, nach denen festgelegt wird, welche Bewerber einen Studienplatz bekommen und welche nicht. Diese Kriterien werden auch mit dem „Numerus Clausus“ (NC) beschrieben, ein lateinischer Begriff, der übersetzt „begrenzte Anzahl“ bedeutet. Studienfächer mit NC haben also eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen, die nach bestimmten Kriterien verteilt werden, wie z.B. Abiturnote, Wartezeit auf einen Studienplatz aber auch Praktika oder besondere Prüfungen. Dabei besteht die Wartezeit aus der gesamten Zeit ab dem Abitur, in der man noch nicht für ein Studium eingeschrieben ist. Diese kann unter anderem den Wehrdienst, Zivildienst, ein „freiwilliges soziales Jahr“, Arbeit oder ein Studium im Ausland beinhalten. Welche Kriterien für die Studienplatzvergabe gültig sind, variiert je nach Hochschule und Studiengang und kann auf den Homepages der Hochschulen oder auf www.hochschulkompass.de nachgelesen werden.

Detailliertere Informationen zum Vorgehen beim Numerus Clausus finden Sie im Artikel Numerus Clausus.

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Tipps:

  1. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, zum Semesterbeginn einen Studienplatz zu haben, sollten Sie sich auf mehrere Studienfächer bewerben. Bekommen Sie keinen Platz in Ihrem Wunschstudiengang, haben Sie vielleicht bei einem Studiengang, der Ihnen ähnlich gut gefällt, mehr Erfolg.
  2. Die meisten Studiengänge beginnen zum Wintersemester, d.h. in der zweiten Jahreshälfte. Bei allen Bewerbungen und Einschreibungen müssen Fristen eingehalten werden. Prüfen Sie daher die Fristen so früh wie möglich, um keine Termine zu versäumen. Sie können die Fristen vor Ort erfragen, finden sie aber auch auf der jeweiligen Homepage der Hochschule oder über www.hochschulkompass.de.

Zusätzliche Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung

Nachteilsausgleich

Menschen mit einer Behinderung können ihre Chancen im Auswahlverfahren durch einen Nachteilsausgleich erhöhen. Durch einen Antrag auf Verbesserung Ihrer Durchschnittsnote oder Erhöhung Ihrer Wartezeit, können die Nachteile bei den Bewerbungsvoraussetzungen, die gegebenenfalls durch eine Behinderung entstehen, zumindest zum Teil kompensiert werden. Der Antrag auf einen Nachteilsausgleich sollte gleichzeitig mit der Bewerbung eingereicht werden und muss gut begründet sein, damit er berücksichtigt wird. Detaillierte Informationen zum Nachteilsausgleich finden Sie im gleichnamigen Artikel.

Härtefallantrag

Wenn das normale Auswahlverfahren auch mit Antrag auf Nachteilsausgleich nicht zum Erfolg führt, können Menschen mit einer Behinderung einen Härtefallantrag stellen, mit dem die Bewerbungsverfahren umgangen werden können. Der Härtefallantrag muss ebenfalls gut begründet sein, damit eine Chance besteht, dass er angenommen wird. Um die Chancen auf den gewünschten Studienplatz zu optimieren, kann man den Antrag auf Nachteilsausgleich mit einem Härtefallantrag kombinieren. Detaillierte Informationen zum Härtefallantrag finden Sie im gleichnamigen Artikel.

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Kein Studienplatz, was jetzt?

Wenn die Bewerbung trotz allem nicht zum Erfolg geführt hat und man keinen Studienplatz bekommen hat, muss man sich überlegen, wie es weitergehen soll. Falls man weiter an seinem Studienwunsch festhält, muss man sich auf jeden Fall für das nächste Semester neu bewerben, da die Bewerbung immer nur für eine Bewerbungsphase gültig ist.

Eine Alternative wäre, einen anderen Studiengang oder einen anderen Studienort zu wählen, bei dem gegebenenfalls mehr Studienplätze zur Verfügung stehen. In jedem Fall steigen die Chancen auf einen sicheren Studienplatz, wenn man sich für einen Studiengang ohne Zulassungsbeschränkung entscheidet, da hier die Einschreibung sogar noch kurz vor Semesterbeginn möglich ist.

Wenn man sich dafür entscheidet, bis zur nächsten Bewerbungsphase zu warten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, diese Zeit zu nutzen: Man kann etwas machen, das gut zum angestrebten Studiengang passt. In einem Praktikum, einem freiwilligen sozialen Jahr oder einer kurzzeitigen Anstellung kann man praktische Erfahrungen sammeln.

Grundsätzlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, was er in dieser Zeit macht und ob bzw. wie er sich persönlich weiter entwickeln will. So kann man zum Beispiel auch auf einer Reise Erfahrungen sammeln.

Studienplatz erhalten, was jetzt?

Wenn man einen Platz für einen erwünschten Studiengang zugewiesen bekommt, ist der nächste Schritt die Einschreibung an der Hochschule. Nachdem man sich eingeschrieben hat, steht dem Studium nichts mehr im Wege.

Hat man sich zuvor für mehrere Studiengänge beworben und bekommt auch mehrere Zusagen, muss man sich für einen Studiengang und Studienort festlegen. Dabei kann man sich an den Informationen und Erkenntnissen aus "Was studieren?" und "Wo studieren?" orientieren und sich für den Platz entscheiden, der einem am besten gefällt. Wenn man sich entschieden hat, muss man sich an der Hochschule für den gewählten Studiengang einschreiben. Die Einschreibung ist gleichbedeutend mit der Annahme des Studienplatzes.

Dabei ist es in jedem Fall wichtig, die Einschreibungsfristen zu beachten und sie nicht verstreichen zu lassen, da sonst das Anrecht auf den angebotenen Studienplatz verfällt. Wenn man ein Angebot nicht wahrnehmen möchte, kann man den Anspruch einfach verfallen lassen. Es ist allerdings besser, wenn man schon vorher mitteilt, dass man auf den zugewiesenen Studienplatz verzichtet, weil dann andere Bewerber eine Chance auf diesen Platz bekommen.