Zentrale Studienplatzvergabe

Bei den Auswahlverfahren zu Studiengängen wird zwischen örtlichen Verfahren an den einzelnen Hochschulen und dem zentralen, bundesweit gültigen Verfahren unterschieden. Das zentrale bundesweite Auswahlverfahren für Studienplätze wird zurzeit von Hochschulstart.de organisiert. Auch wenn die Organisation bei der zentralen Studienvergabe nicht über die Hochschulen selbst läuft, kann es sein, dass Sie sich trotzdem zusätzlich bei der erwünschten Hochschule bewerben müssen.

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Für welche Studiengänge wo bewerben?

Bevor Sie sich bewerben, müssen Sie wissen, was und wo Sie studieren möchten. Dann informiert Sie die Hochschule auf ihrer Homepage darüber, welche Studienplätze vor Ort vergeben werden und welche zentral. Sie können auch einfach unter Hochschulstart.de nachschauen, welche Studienplätze vergeben werden. Wenn Ihr Studienplatz dort nicht aufgeführt ist, wird er örtlich vergeben. Zur Sicherheit können Sie dies auch auf Hochschulkompass.de nachprüfen. Dort gibt es eine Liste mit Studiengängen, Hochschulen, Fristen und Angaben zum Auswahlverfahren.

Wann bewerben?

Die Fristen für Ihren gewählten Studiengang finden Sie auf Hochschulstart.de oder in der Liste von Hochschulkompass.de. Ihre Bewerbung müssen Sie dann mit den angegebenen Unterlagen und beglaubigten Kopien, beispielsweise von Zeugnissen, rechtzeitig an Hochschulstart.de schicken.

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Hinweis: Es gibt Hochschulen, an denen Studienplätze zwar zentral vergeben werden, man sich jedoch eventuell zusätzlich an der Hochschule selbst bewerben muss. Jede Hochschule hat hier ihre eigene Regel und fordert unterschiedliche Unterlagen an. Prüfen Sie dies auf Hochschulstart.de nach! Hier finden Sie auch die notwendigen Bewerbungsunterlagen und das Online-Bewerbungsformular.

Details zum Auswahlverfahren

Beim zentralen Auswahlverfahren stehen Sie bei der Studienplatzvergabe in Konkurrenz zu allen weiteren Bewerbern aus Deutschland, haben aber zugleich auch Zugriff auf mehr freie Stellen. Dazu gibt es Auswahlkriterien, um alle Bewerber miteinander zu vergleichen. Diese Kriterien sind allerdings nicht für alle Hochschulen, die am zentralen Auswahlverfahren teilnehmen, gleich. Die Besonderheit des zentralen Auswahlverfahrens liegt darin, dass die Hochschulen eigene Auswahlkriterien festlegen und dass es zu einem sogenannten Vorauswahlverfahren kommen kann. Zudem müssen die Bewerbenden auf mehrere Hochschulen verteilt werden. Damit ist das Auswahlverfahren hier deutlich komplizierter.

Die Studienplätze werden nach Quoten vergeben, das heißt 20% nach Note, 20% nach Wartezeit und 60% nach Kriterien der Hochschulen. Bei der Bewerbung wird zusätzlich eine Wunschliste berücksichtigt, in der Sie angeben, an welchen Hochschulen Sie am liebsten studieren möchten.

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Beim Auswahlverfahren nach Note und Wartezeit werden zunächst so viele Bewerbende ausgewählt, wie es Studienplätze in dem jeweiligen Fach gibt. Diese werden danach anhand der Wunschlisten auf die Hochschulen verteilt.

Für jede Hochschule werden zunächst diejenigen ausgewählt, die diese Hochschule als ersten Wunsch angegeben haben. Wenn dann noch Plätze frei sind, rücken diejenigen nach, die die Hochschule als zweiten Wunsch gewählt haben usw.

Wenn zu viele Bewerbende an der gleichen Hochschule studieren wollen, weil sie beispielsweise einen besonders guten Ruf hat, kann es vorkommen, dass nicht einmal alle genommen werden können, die diese Hochschule als ersten Wunsch angegeben haben. Dann entscheidet die Notenrangliste und bei Notengleichheit die Wartezeit oder das Losverfahren.

Tipp: Wenn Sie aufgrund Ihrer Behinderung oder anderer Gründe bevorzugt an einem bestimmten Ort studieren möchten, können Sie einen Sonderantrag auf „bevorzugte Berücksichtigung des Studienortswunsches“ stellen.

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Für die anderen 60% der Plätze, bei denen die Hochschulen selbst Kriterien festlegen, ist das am häufigsten gewählte Kriterium die Abiturdurchschnittsnote. Da jede Hochschule selbst entscheidet, gibt es viele unterschiedliche Auswahlkriterien an den verschiedenen Hochschulen, zum Beispiel:

  • Einzelnoten aus dem Abitur,
  • eine Berufsausbildung oder berufliche Tätigkeit,
  • Eignungstests,
  • Auswahlgespräche,
  • Fragebogen oder
  • die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend Forscht“.

Wenn Hochschulen solche Kriterien anwenden, wie beispielsweise ein Auswahlgespräch, können Sie natürlich nicht alle Bewerbenden einladen. Hochschulstart.de nimmt dann gegebenenfalls eine Vorauswahl nach bestimmten Vorauswahlkriterien vor, die unter anderem die Ortspräferenz (Rangfolge der eigenen Wunschhochschulen), die (Mindest-)Durchschnittsnote oder die Höchstzahl an Bewerbenden.

Das heißt, in der Kombination kann es sein, dass eine Hochschule als Vorauswahl nur Bewerbende berücksichtigt, die die eigene Hochschule als ersten Wunsch angegeben haben. Eine begrenzte Anzahl aus dieser Menge wird dann nach einer Notenrangliste ausgewählt.

In der Gesamtbetrachtung erscheint das Verfahren sehr unterschiedlich und kompliziert. Zunächst einmal sollten Sie daher Ihre Chancen abschätzen, über die Note- oder Wartezeitquote genommen zu werden. Hierfür können Sie auch Anträge auf Nachteilsausgleiche stellen oder Sie umgehen dieses ganze Verfahren durch einen Härtefallantrag.

Behindertenspezifische Aspekte & Sonderanträge

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Mit einer Behinderung haben Sie die Möglichkeit, Sonderanträge zu stellen:

  1. Ein Antrag auf Nachteilsausgleich in Bezug auf die Note verbessert Ihre Chancen durch eine bessere Note, überall dort wo die Note entscheidend ist.
  2. Ein Antrag auf Nachteilsausgleich bezüglich der Wartezeit verbessert Ihre Chancen über die Wartezeit einen Platz zu erhalten, überall dort, wo die Wartezeit eine Rolle spielt.
  3. Ein Antrag auf bevorzugte Berücksichtigung des Studienortswunsches spielt nur dann eine Rolle, wenn es um die Verteilung auf die Hochschulen geht. Dann wird ihr Wunsch bevorzugt behandelt.
  4. Härtefallantrag.

Behinderte Menschen sollten einen Härtefallantrag stellen. Mit geringerem Aufwand als bei anderen Anträgen können Sie hier einen Studienplatz erhalten. So umgehen Sie gegebenenfalls auch Probleme mit der Barrierefreiheit bei Auswahlkriterien wie Tests oder Auswahlgesprächen. Sie könnten dann als Grund in Ihrem Härtefallantrag beispielsweise anführen, dass das Auswahlverfahren teilweise nicht barrierefrei ist.