Möglichkeiten nach einer Absage

Wenn es eine Zulassungsbeschränkung für Ihren Studiengang gibt, kann es passieren, dass Sie auf Ihre Bewerbung eine Absage erhalten. Nach einer solchen Absage in der ersten Runde des Auswahlverfahrens gibt es für Sie noch eine kleine Chance beim Nachrückverfahren. Wenn Sie auch hier keinen Erfolg haben, werden Sie sich Gedanken darüber machen, welche Alternativen es für Sie gibt.

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Nachrückverfahren

Wenn viele Bewerbende auf das ihnen zugeteilte Studienplatzangebot verzichten, bekommen Sie durch das so genannte Nachrückverfahren die Chance, doch noch einen Studienplatz zu erhalten. Durch den Verzicht auf bereits vergebene Studienplätze, entstehen also wieder offene Plätze. Das Nachrückverfahren ist demnach die Bezeichnung für die Verteilung der nicht angenommenen Studienplatzangebote.

Beim Auswahlverfahren für die Studienplätze werden in der ersten Runde alle Studienplätze auf die Bewerbenden verteilt. Diejenigen Studierenden, die ein Studienplatzangebot erhalten, haben dann eine gewisse Frist, in der sie entscheiden müssen, ob Sie den Studienplatz annehmen oder nicht [Artikellink zum Thema "Zusage & Einschreibung" wird ergänzt].

Wenn Angebote nicht angenommen werden, sind diese Plätze frei für andere Studieninteressierte. Sie werden dann an die nächstbesten Bewerbenden in der Rangliste verteilt. [Artikellink zum Thema "Auswahlverfahren & Numerus Clausus" wird ergänzt]

Ob Sie eine Chance im Nachrückverfahren haben, hängt davon ab, wie Ihre Auswahlkriterien wie Note und Wartezeit zu diesem Zeitpunkt im Vergleich zu den anderen Bewerbenden aussehen.

Wenn Sie beispielsweise eine Abitur-Durchschnittsnote von 2,8 haben, aber der letzte Studienplatz an einen Bewerbenden mit der Note 2,1 vergeben wurde, können Sie davon ausgehen, dass Sie eher kein Studienplatzangebot mehr erhalten, da es sicherlich noch viele Bewerbende mit Noten zwischen 2,1 und 2,8 geben wird. Bessere Chancen hätten Sie dagegen mit einer Abschluss-Note von 2,2.

Falls Sie auch im Nachrückverfahren keinen Studienplatz mehr bekommen, müssen Sie über andere Möglichkeiten nachdenken.

Alternative Möglichkeiten für einen sofortigen Studienbeginn

Wenn Sie sofort ein Studium beginnen möchten, gibt es verschiedene Optionen. Sollten Sie an den Ort, an dem Ihre Bewerbung abgelehnt wurde, auf eine bestimmte Art gebunden sein, können Sie sich in einen anderen zulassungsfreien Studiengang, der Ihrem gewünschten Fach ähnlich ist, am gleichen Ort einschreiben. Später können Sie dann in Ihren Wunschstudiengang wechseln und gegebenenfalls bereits erworbene Scheine für das neue Studium anerkennen lassen.

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Wenn Ihre Priorität auf dem Fach liegt, dass Sie studieren möchten, haben Sie die Möglichkeit, sich an einer anderen Hochschule im gleichen Fach einzuschreiben. Später können Sie dann versuchen, an die eigentlich gewünschte Hochschule zu wechseln.

Denken Sie aber daran, dass beim Studienwechsel auch Probleme auftreten können. Darüber sollten Sie sich im Klaren sein.

Falls Sie sich entschieden haben, an einer anderen Hochschule zu studieren, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder der Studiengang ist dort zulassungsfrei, dann können Sie sich innerhalb der Einschreibungsfrist sofort einschreiben, oder der Studiengang ist zulassungsbeschränkt, dann müssen Sie Glück haben. Vielleicht hat es an der gewählten Hochschule bei Ihrem Fach nicht genügend Bewerbende gegeben und einige Plätze sind unbesetzt geblieben. Um herauszufinden, an welchen Hochschulen es noch solche unbesetzten Plätze gibt, schauen Sie auf die Studienplatzbörse Hochschulkompass.de. Hier erfahren Sie auch, wann und wie Sie einen Antrag auf Zulassung an der entsprechenden Hochschule stellen.

Studienplatzklage

Manche abgelehnte Bewerbende wählen ein juristisches Mittel, um Ihren Studienplatz einzuklagen. Die so genannte Studienplatzklage dient dazu, doch noch an den gewünschten Studienplatz zu gelangen.

Nach § 12 des Grundgesetzes haben Sie das Recht auf freie Wahl des Ausbildungsplatzes. Dieses Recht wird durch die Hochschulen beschränkt, indem sie nicht alle Studiengänge zulassungsfrei lassen. Dies wird damit begründet, dass die Hochschulen nur bestimmte Kapazitäten haben und nicht überlastet werden dürfen.

Die Strategie der Klage zielt darauf ab, der Hochschule zu beweisen, dass es noch unbesetzte Plätze gibt und die Kapazität der Hochschule daher noch nicht ausgelastet ist.

Die Studienplatzklage hat je nach Bundesland und Universität unterschiedliche Formvorschriften und Fristen. Diese können Sie bei dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule erfragen oder Sie nehmen anwaltliche Hilfe in Anspruch.

Bedenken Sie, dass eine Studienplatzklage immer einen ungewissen Ausgang hat, Sie können Erfolg haben oder nicht. Außerdem entstehen Kosten für Anwälte und das Gericht. Eine Studienplatzklage stellt daher eher nur eine Notlösung dar.

Neubewerbung zu einem späteren Zeitpunkt

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Wenn Sie keine der genannten Möglichkeiten für einen sofortigen Studienbeginn nutzen können oder möchten, können Sie auch warten und sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut für den gleichen Studienplatz bewerben. Wenn Sie die erforderlichen Auswahlkriterien nur knapp verfehlt haben, könnten Sie beim nächsten Bewerbungstermin mehr Glück haben.

Hinweis: Sollten Sie bisher keine Anträge auf Nachteilsausgleich oder einen Härtefallantrag gestellt haben, versuchen Sie es damit bei Ihrer nächsten Bewerbung.

Sie können auch lange genug warten, um genügend Wartezeit zu sammeln. Wie viel Wartezeit für Ihren Studiengang ungefähr erforderlich ist, können Sie aus den Ergebnissen des Auswahlverfahrens erfahren. Die Wartezeit variiert bei den verschiedenen Studiengängen, je nach Beliebtheit kann sie mehrere Jahre betragen.

In jedem Fall müssen Sie sich dann überlegen, wie Sie die Zeit bis zum späteren Studienbeginn sinnvoll nutzen können. Sie könnten beispielsweise ein freiwilliges soziales Jahr machen, Praktika oder auch Reisen. Eine betriebliche Ausbildung kann ebenfalls eine sinnvolle Möglichkeit sein, mehrere Wartesemester zu sammeln und gleichzeitig einen Berufsabschluss zu erwerben.

Bei einer abgeschlossenen betriebliche Ausbildung müssen Sie jedoch beachten, dass es zu Problemen mit der Finanzierung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs [Artikellink zum Thema "Behinderungsbedingter Mehrbedarf" wird ergänzt] im Studium kommen könnte. Informieren Sie sich, was Sie dabei bedenken müssen.