Behindertenbeauftragte

Fast jede Hochschule hat Behindertenbeauftragte, die sich um die Belange behinderter sowie chronisch kranker Studieninteressierter und Studierender kümmern. Gesetzlich ist allerdings die Berufung von Behindertenbeauftragten an den Hochschulen nur in acht der 16 Bundesländer fixiert.

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Aufgaben der Behindertenbeauftragten

Die Aufgabe der Behindertenbeauftragten besteht darin, die Studierenden mit Handicap bei allen Fragen, die das Studium und die Behinderung betreffen, zu unterstützen. Außerdem gilt es, die Hochschulleitung und alle Personen, die an der Gestaltung eines inklusiven Studiums mitwirken, für das Thema zu sensibilisieren.

Die Behindertenbeauftragten informieren über finanzielle, technische, institutionelle und personelle Hilfen, die an der jeweiligen Hochschule in Anspruch genommen werden können. Ein breit gefächertes Netzwerk und enger Kontakt zu den Hochschullehrkörpern ist dabei unerlässlich. Als Vermittler und Experten vertreten die Beauftragten die Interessen der Studierenden mit Handicap innerhalb und außerhalb der Hochschule.

Die Beauftragen unterstützen bei der Suche nach Lösungen von Problemen wie:

  • Nachteilsausgleich im Studienverlauf. Die Beauftragten helfen im Hinblick auf Studienzeitverlängerung, Prüfungszeitverlängerung, auf der Suche nach alternativen Prüfungsformen wie zum Beispiel den Ersatz der schriftlichen durch eine mündliche Prüfung etc.
  • Barrierefreiheit der Gebäude/Hörsäle (gute Akustik, Mikroportanlage)
  • Antragstellungen auf Assistenz und Hilfsmittel
  • Hilfestellung bei Kostenübernahme von Dolmetschleistungen
  • Durchführung von Telefonaten, z.B. bei Fragen zur Eingliederungshilfe
  • Gutachten für Stipendien, Auslandsaufenthalte

Dabei beraten und unterstützen sie die behinderten Studierenden und chronisch Kranken vor Beginn und während des Studiums sowie beim Übergang ins Berufsleben. Je nach Qualifikation und zeitlichen Ressourcen geben sie den Studierenden ausführliche Tipps zu unterschiedlichen Themen wie:

Hinweise zur Beratung

Die Beratung (Einzel- oder Gruppentermine) ist dabei kostenlos und kann sich je nach Dringlichkeit und Bedarf auf mehrere Beratungstermine erstrecken. Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.

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Die Qualität der Behindertenbeauftragten an den Hochschulen gestaltet sich sehr unterschiedlich: die Verankerung in der Hochschule, das Serviceangebot, das finanzielle Budget und auch die Arbeitszeit variiert. Leider existiert bislang noch keine einheitliche und verpflichtende Rechtsgrundlage im Hinblick auf die Gestaltung der Stelle. Die Landesaktionspläne zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinigten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-BRK, Juni 2012) versprechen hier Besserung: die gesetzliche Fixierung und Stärkung des Amtes der/s Behindertenbeauftragten in den Landeshochschulgesetzen soll vorangetrieben werden.