Informationen über Studierende mit Hörbehinderung Informationen über Studierende mit Sehschädigung
F Welche Chancen habe ich durch die Einstellung eines Arbeitnehmers mit einer Hörbehinderung?
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Als Arbeitgeber, der bereit ist, Hörbehinderte einzustellen, haben Sie Anspruch auf vielfältige finanzielle Unterstützungs- und Beratungsleistungen aus öffentlicher Hand. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten durch die Arbeitsagentur können Eingliederungszuschüsse und befristete Probebeschäftigungen sein. Außerdem ist eine finanzielle Unterstützung bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes möglich (spezielle Höranlagen, Bildtelefone, Warnanlagen, Dolmetscher etc.).

Zudem hat der Arbeitsgeber oder der Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen zur Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben aus Mitteln der Ausgleichsabgabe. Unterstützung und Beratung bieten das Integrationsamt und die Arbeitsagentur. (SGB IX: § 102 Abs. 3 Nr. 2 SGB IX, §§ 15–27 SchwbAV)

Neben den finanziellen Vergünstigungen, bietet die Beschäftigung von behinderten Menschen noch weitere Vorteile. Die Einstellung der verschiedensten Menschen, die sich in fachlicher, geschlechtlicher, kultureller oder behinderungsspezifischer Hinsicht unterscheiden, sorgt für eine soziale Vielfalt, die konstruktiv genutzt werden kann. Alle können voneinander lernen und sensibilisieren sich gegenseitig, so dass die soziale Kompetenz eines jeden Mitarbeiters steigt. Die Einstellung eines Mitarbeiters mit Hörschädigung wird nicht nur Ihr Arbeitsklima nach innen weiterentwickeln, sondern auch das Ansehen Ihrer Einrichtung nach außen verbessern.

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F Welche Chancen habe ich durch die Einstellung eines Arbeitnehmers mit Handicap?
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Sie können als Unternehmen in finanzieller, persönlicher und unternehmerischer Hinsicht davon profitieren, einen Menschen mit Handicap einzustellen. Ein recht offensichtliches Argument sind finanzielle Vorteile: Arbeitgeber können finanzielle Mittel erhalten, wenn sie neue Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen oder bestehende behindertengerecht umgestalten bzw. durch Umrüstung zum Erhalt von bestehenden Arbeitsplätzen beitragen. Dabei kommen auch befristete Arbeitsverhältnisse oder Teilzeitarbeitsverhältnisse zum Tragen (Minimum: 15 Stunden wöchentlich). Das Integrationsamt ist hier der richtige Ansprechpartner.

Sollten Sie Ihrer Unternehmensgröße entsprechend Schwerbehinderte einstellen, dann müssen sie auch keine Ausgleichsabgabe bezahlen. Die Abgabe soll gewährleisten, dass auch behinderte Menschen Arbeit finden können, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Alle Arbeitgeber, die über jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, müssen auf wenigstens fünf Prozent (Pflichtquote) der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Sonst wird die Zahlung von monatlich 115 bis 290 € pro unbesetzter Arbeitsplatz (Stand: März 2012) für einen Schwerbehinderten fällig. Die Zahlung der Ausgleichsabgabe hebt jedoch nicht die Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf (§ 77 Abs. 1 Satz 2 SGB IX).

Programme wie die bundesweite Job4000-Initiative, die die Integration behinderter Arbeitnehmer ins Berufsleben fördern, bieten ebenfalls Perspektiven für Arbeitgeber.

Durch die Einstellung von Arbeitnehmern mit Handicap zeigen Sie soziales Engagement. Je nach Auf- und Ausbau dieser Personalentwicklungsmaßnahme könnte sich daraus ein Alleinstellungsmerkmal Ihres Unternehmens ergeben. Das Renommee des Unternehmens lässt sich dadurch nach innen und außen steigern, vor allem wenn Sie den Marketing-Grundsatz "Tue Gutes und rede darüber" beachten. Ihre Mitarbeiter wissen ihr soziales Engagement sicher eben so zu schätzen wie Ihre Kunden.

Wenn Schwerbehinderte zu Mitarbeitern werden, wird sich aber nicht nur Ihr Unternehmen verändern, sondern auch Ihre weiteren Mitarbeiter: sie werden offener mit dem Thema Behinderung umgehen lernen. Das Sozialverhalten wird gefördert und oftmals verbessert sich dadurch das Arbeitsklima insgesamt. Ihre Mitarbeiter können sich dadurch auch leichter mit dem Unternehmen identifizieren und die Arbeitsmotivation steigt.

Ihre Mitarbeiter erleben den Arbeitsalltag nun mit Behinderten - je nach Sparte und Kapital kann sich das auch auf Ihren Produktkatalog auswirken. Vielleicht werden dann in Ihrem Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen "erfunden", die Menschen mit Handicap das Leben leichter machen. Und Sie haben die einmalige Gelegenheit, die Produkte gleich durch Ihre behinderten Mitarbeitern testen zu lassen.