Was sind meine Stärken und Schwächen?

Wer würde nicht gern ohne Probleme durch das Leben gehen? Wer wünscht sich nicht, dass alles einfacher ist? Ein Weg durch das Leben ohne Probleme und Hindernisse ist jedoch sehr unrealistisch. Aber anstatt an Problemen zu verzweifeln, sollte man entdecken, wie viel Spaß es machen kann, Lösungen für diese zu finden. Dabei helfen uns die persönlichen Stärken.

Wer seine Stärken kennt, kann gut einschätzen, was er kann, was er besser anderen überlassen sollte und womit er sich ausgiebig beschäftigen will.

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Zwei Seiten – Stärken und Schwächen

Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen kann man seine Persönlichkeit stärken. Da diese Überlegungen und das „in sich gehen“ für jeden Einzelnen nicht einfach sind, sollte man sich Unterstützung und Feedback von Familie, Bekannten und Freunden holen. Jede Stärke und Schwäche ist Teil unserer Persönlichkeit und muss von uns akzeptiert werden.

Wenn man seine Persönlichkeit betrachtet, gibt es immer zwei Seiten, von denen sie geprägt wird: die Stärken und die Schwächen! Dabei hat jede Eigenschaft Vorteile und Nachteile. Wenn man die Nachteile im Blick hat, definiert man die Eigenschaft als Schwäche, hat man die Vorteile im Blick, spricht man von einer Stärke. Schwächen werden oft negativ und Stärken positiv bewertet.

Die Bewertung von Eigenschaften kann sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel kann die Eigenschaft „flexibel sein“ einerseits positiv bewertet werden, weil man mit ihr schnelles Reagieren auf unvorhergesehene Situationen verbindet. Andererseits kann sie negativ bewertet werden, wenn sie dahingehend gedeutet wird, dass jemand sich nicht festlegen will. Ein anderes Beispiel ist der eigene Kleidungsstil: Wenn man besonders stark auf sein Äußeres achtet, kann dies vom Einen als besonders stilvoll geschätzt, vom Anderen als oberflächlich abgetan werden.

Ob wir eine Eigenschaft als Stärke oder als Schwäche empfinden, hängt unter anderem von unserer Erziehung ab. Manche der Eigenschaften haben wir durch unsere Veranlagung mitbekommen, andere durch unsere Erfahrung erworben.

Das Wichtigste ist jedoch, dass man erkennt, dass Schwächen auch Stärken sein können. Man kann den eigenen vermeintlichen Schwächen durch positives Umdenken eine neue Bedeutung geben und sie so nutzen.

Eigene Behinderung

Für manche ist das Nachdenken über die eigenen Stärken und Schwächen zum Thema „eigene Behinderung“ nicht leicht. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass Außenstehende häufig denken, dass behinderte Menschen nicht so leistungsfähig seien und schätzen daher ihre Behinderung als Schwäche ein.

Haben Sie sich aber schon einmal Gedanken darüber gemacht, was Sie durch Ihre Einschränkung gelernt haben?

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Vielleicht entdecken Sie neue Eigenschaften an sich?! So könnten Sie z.B. zu der Erkenntnis kommen, dass Sie durch Ihre Behinderung gezwungen waren, sehr früh selbstständig zu werden. Dies kann Ihnen bei der Studienwahl und im Studium Stärke geben, da Sie gelernt haben, selbstständig zu arbeiten. Vielleicht haben Sie auch die Fähigkeit, sich gut zu konzentrieren, weil Sie durch den fehlenden Sinn nicht abgelenkt werden!?

Wenn Sie eine Sehschädigung haben, wählen Sie einen Beruf, in dem Sie Ihre verbale Ausdrucksfähigkeit zur Geltung bringen können. Wenn Sie hörgeschädigt sind, wählen Sie einen Beruf, in dem Sie visuell arbeiten, d.h. mit Grafiken, räumlichen Visionen und Licht, weil Ihr Sehsinn besonders geschärft ist und Sie gelernt haben, sich gut im Raum zu orientieren. Nutzen Sie Ihre vermeintliche Schwäche als Stärke!

Anmerkung: Um Ihnen einen Einblick zu geben, welche Eigenschaften zu Ihnen passen, können Sie auf der Internetseite www.flato-training.de einen kleinen Test machen, in dem Sie 20 Fragen beantworten müssen. Am Ende erhalten Sie eine persönliche Auswertung darüber, welche Stärken und Schwächen Sie haben. Diese Analyse können Sie auch ausdrucken und von einem Freund oder Bekannten für Sie ausfüllen lassen und anschließend vergleichen, weil ein Abgleich von Selbst- und Fremdbild sehr wichtig ist. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Artikel „Wie bin ich?“.

Test: Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?

Um herauszufinden, was Ihnen leicht von der Hand geht, können Sie folgende Übung machen:

Erinnern Sie sich an drei Situationen, die Ihnen viel Freude bereitet haben und auf deren Ergebnis Sie stolz waren. Überlegen Sie, was passiert ist, was Sie gemacht haben und wie Sie sich verhalten haben. Einige Situationen, die Sie beschreiben könnten, sind: Die Verwirklichung eines Traums, wie z.B. eine außergewöhnliche Reise, die Erstellung einer Homepage, das eigenständige Erlernen einer Programmiersprache oder das Verfassen eines Artikels für eine Zeitung.

So können Sie vorgehen:

  • Überlegen Sie sich eine Geschichte und besprechen Sie sie mit einer anderen Person. Sie kann sich aus objektiver Perspektive Gedanken machen, welche Eigenschaften dahinter stecken. Notieren Sie sie und die dazugehörige Situation. Es macht Spaß, diese Übung zusammen mit einem Freund oder einer Freundin durchzuführen und sich dabei abzuwechseln. Unsere Liste mit möglichen Eigenschaften kann Ihnen dabei helfen.
  • Am Ende kann Ihre Freundin oder Ihr Freund die Liste vorlesen und Ihnen zum Beispiel sagen: "Du bist mutig, weil Du … ."
  • So können Sie Ihre Stärken in Worte kleiden. Außerdem entdecken Sie so Stärken, die Sie noch nie an sich wahrgenommen haben oder die für Sie selbstverständlich sind.