Selbstorganisation & Motivation

Kaum ist das Studium erfolgreich abgeschlossen, beginnt die Suche nach einer passenden Arbeit. Ein guter Abschluss garantiert aber nicht automatisch einen Arbeitsplatz. Was also tun, wenn die Bewerbungen keinen Erfolg bringen und immer wieder Absagen zurückkommen? Sind die Benachteiligungen womöglich behinderungsbedingt?

Fakt ist, dass die meisten Berufseinsteiger mit Absagen konfrontiert werden und sich immer wieder neu motivieren müssen. Das heißt: Ausdauer beweisen und nicht den Mut verlieren!

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Motivation und Absagen

In einer solchen Situation gilt es, aktiv zu bleiben, das Selbstvertrauen nicht zu verlieren, sondern die Selbstmotivation in Gang zu bringen und nicht aufzugeben. Fehlende Selbstmotivation kann sich negativ auf die Selbstdarstellung und damit auf die Bewerbung sowie das Bewerbungsgespräch auswirken, weil hier eine gute Selbstpräsentation sehr wichtig ist. Selbstmotivation ist von zentraler Bedeutung für ein erfolgreiches Berufsleben. Man sollte sich nicht auf die von außen erwarteten Hilfen, wie beispielsweise von der Arbeitsagentur oder vom Integrationsfachdienst (IFD), verlassen.

Was heißt „Motivation“?

Das Wort „Motivation“ stammt vom lateinischen Wort „movere“ ab und bedeutet „Bewegung“. Inhaltlich hat dies die Bedeutung, aus eigenem Antrieb etwas Bestimmtes zu tun: Hat man einen Beweggrund, dann handelt man. Beweggründe, also Motivationen, gibt es viele: sehr häufig steht ein bestimmtes Ziel, das man erreichen will, im Vordergrund. Zusätzlich bestehen äußere Einflüsse für eine Motivation, wie zum Beispiel Geld und Karrieremöglichkeiten, wenn man gute Leistungen bringt, oder das Gefühl der Zugehörigkeit, wenn man etwas für andere tut. Man ist motiviert zu handeln, wenn man in Entscheidungen eingebunden wird, Sicherheit und Anerkennung durch andere erfährt und erfolgreich ist. All diese Belohnungen erhalten wir von außen und es ist wichtig, dieses Ziel der Belohnung vor Augen zu haben.

Problematisch wird es, wenn sich die vermeintlichen Motivationsquellen umkehren und zu Demotivationsquellen werden, zum Beispiel durch häufige Absagen auf Bewerbungen. Das heißt, man erlebt einen Kontrollverlust, man fühlt sich zurückgewiesen, wertlos und unfähig. Aus positiver Motivation wird dann negative Demotivation, aus Bewegung wird Stillstand. Die Energie zum Weitermachen fehlt. Jetzt ist es wichtig, der Demotivation entgegenzuwirken und selbst aktiv zu werden, sich erneut zu motivieren. Grundsätzlich ist es wesentlich einfacher eine Aufgabe zu erledigen, wenn man motiviert ist.

Was heißt „Selbstmotivation“?

Die Selbstmotivation unterscheidet sich von der Motivation dadurch, dass sie durch einen inneren Willen entsteht. Das heißt, erst wenn es gelingt, sich selbst zu motivieren, also auf innere anstatt äußere Motivation zu bauen, ist selbstbewusste Arbeit, Offenheit gegenüber Kritik, Kompromissbereitschaft und Problemlösungskompetenz möglich. Menschen, die selbstmotiviert sind, zeichnen sich durch einen starken Willen, Optimismus und ein hohes Engagement aus. Der innere Wille trägt dazu bei, dass Selbstmotivation entstehen kann: Sie ist keine angeborene Fähigkeit, sondern eine Fertigkeit, die man erlernen muss.

Dazu ist es wichtig, sich selbst gut zu kennen. Welche Motivationsquellen sind für einen selbst am wichtigsten? Soziale Kontakte am Arbeitsplatz, gut funktionierende Kommunikation unter Kollegen, mit Respekt behandelt zu werden oder die Freude, eine Führungsposition einzunehmen können solche Motivationsquellen sein. Wenn die persönlichen Motive klar sind, kann mit der Selbstmotivation begonnen werden.

Wie kann ich mich selbst motivieren?

Sich selbst zu motivieren ist möglich, indem man versucht, seine eigenen Emotionen in Leistung umzusetzen, das heißt seine inneren Ressourcen zu nutzen. Dies fängt bei der Selbstreflexion an, das heißt, die eigenen Erwartungen müssen überprüft werden, um zu einer realistischen Einschätzung der eigenen Gesamtsituation zu kommen.

Der Antrieb begründet sich in der eigenen Motivation, ein Ziel zu erlangen. Dabei ist Voraussetzung, dass es realistisch erreichbar ist. Das persönliche Ziel darf nicht zu hoch angesetzt sein, damit es zu schaffen ist und man eine Belohnung erhält, die wiederum motiviert. Auf diesem Wege können nach und nach immer höhere Ziele erreicht werden und die Selbstmotivation steigt. Probieren Sie es aus! Es lohnt sich! Viel Erfolg!

Anmerkung: Um einer beruflichen Demotivation entgegenzuwirken, können motivierende Erfolgserlebnisse auch im Privatleben gesucht werden. Bei Angst, nicht mehr dazuzugehören, ist das Pflegen von Freundschaften sehr wichtig und das Gefühl, versagt zu haben, kann durch andere Erfolgserlebnisse (z.B. bei Hobbys) kompensiert werden.