Promotion: Finanzierung

Um die Zeit während der Promotion zu finanzieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass eine Promotion eine Forschungsleistung ist, die erst einmal nicht bezahlt wird. Eine finanzielle Absicherung während der Promotion kann beispielsweise über eine Anstellung an einer Hochschule oder durch ein Stipendium erfolgen.

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Finanzierung der Promotion

Finanziell schwieriger sind Promotionen, die unabhängig von Stipendien oder Anstellungen an der Hochschule erfolgen. Um die laufenden Kosten zu decken, müssen Sie sich dann entweder Geld privat beschaffen oder neben der Promotion arbeiten. Allerdings sind Anstellungen in der freien Wirtschaft parallel zu einer Promotion oftmals schwierig, da neben der Arbeitszeit nicht viel Zeit für die Promotion übrig bleibt.

Dabei gibt es noch einen weiteren wichtigen Faktor, warum eine Promotion mit einem Stipendium oder einer Anstellung an einer Forschungseinrichtung oder einem Unternehmen kombiniert werden sollte. Erfolgt die Promotion an einer Einrichtung, die das Thema der Promotion als Forschungsgebiet oder Geschäftsfeld bearbeitet, so finden Sie hier zahlreiche wertvolle Unterstützung bei der Bearbeitung Ihres Promotionsthemas. So sind Sie bei Fragen nicht auf sich allein gestellt, sondern finden immer einen Ansprechpartner.

Stipendien

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Ein Stipendium zu erhalten bedeutet, dass man über einen bestimmten Zeitraum während der Promotion jeden Monat eine finanzielle Unterstützung erhält. Stipendien werden von allgemeinen Stiftungen (z.B. die Dr.-Leo-Ricker-Stiftung oder die Fazit-Stiftung) vergeben oder auch andere Stipendiengeber, wie z.B. Begabtenförderungswerke (Studienstiftung des deutschen Volkes, Cusanuswerk, Heinrich-Böll-Stiftung) und fachspezifische Stiftungen (Stipendienfonds E.ON Ruhrgas für Themen mit Bezug zur EU) vergeben. Daneben gibt es noch die Landesgraduiertenförderung (LGFG) der verschiedenen Bundesländern und Graduiertenkollegs bzw. –schulen, die oft auch Stipendien im Ausland anbieten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) kann ebenfalls Stipendien für Promotionen im Ausland vergeben.

Die meisten Stiftungen fördern eine Promotion mit einem Stipendium von zwei Jahren, oft kann man es um ein drittes Jahr verlängern. Der Höchstsatz entspricht momentan in den meisten Fällen in etwa dem Netto-Gehalt einer halben wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle (rund 1.000 Euro/Monat steuerfrei). Als Ausgleich für diese finanzielle Förderung muss in regelmäßigen Abständen Bericht über den Stand der Dissertation erstattet werden. 

Anstellung an der Universität

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Promotionsstellen an einer Universität, auch Forschungsstellen genannt, kann man in vielen verschiedenen Bereichen einer Universität finden, z.B. durch eine Anstellung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl, in einem Sonderforschungsbereich, im Wissenschaftsmanagement (z.B. als Koordinator eines strukturierten Promotionsprogramms) oder im Rahmen von Graduiertenkollegs an der Universität. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter genießen Sie oftmals eine größere Freiheit, sich während der Arbeitszeit mit Ihrem Promotionsthema zu beschäftigen. Auch haben sie meist regelmäßigen Kontakt zum Doktorvater oder zur Doktormutter und können auf Ressourcen des Lehrstuhls zurückgreifen.

Forschungsstellen sind üblicherweise halbe Stellen, wobei die bezahlte Hälfte der Zeit in Arbeiten für die Forschungseinrichtung und die unbezahlte Zeit in das Verfassen der Dissertation gesteckt wird. Das bedeutet, dass diese Personen häufig viel Arbeit am Lehrstuhl übernehmen müssen, was zeitintensiv ist. Üblicherweise sind Forschungsstellen auf maximal drei Jahre befristet. Die Promotion auch in dieser Zeit abzuschließen, ist für viele Promovenden eine große Herausforderung.

Forschungsgesellschaften und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Neben der Promotion an einer Universität, werden auch Doktorandenstellen auch an außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgeschrieben, wie z.B. der Fraunhofer Gesellschaft, dem Max-Planck-Institut oder der Helmholtz-Gesellschaft. Die Promotion verläuft ähnlich, wie an einer Universität, muss aber stets in Kooperation mit einer promotionsberechtigen Hochschule erfolgen.

 Zudem unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zahlreiche Graduiertenkollegs. Darunter versteht man ein systematisch angelegtes Studien- und Forschungsprogramm mit Lehrveranstaltungen, Seminaren, Kolloquien und Workshops. Für einen Teil der Kollegiaten gibt es Promotionsstipendien über mindestens 1.000 Euro im Monat plus einen Sachkostenzuschuss. Die maximale Förderdauer beträgt 36 Monate. Neben der DFG unterhalten auch die Max-Planck-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft Research Schools und Graduiertenkollegs mit Promotionsstipendien.

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Förderung nach dem Landesgraduiertengesetz

Jedes Bundesland vergibt Stipendien an Promovierende mit überdurchschnittlichem Examen, wenn deren Doktorarbeit einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft verspricht. Dabei ist die Graduiertenförderung in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Über die Förderung entscheiden die Hochschulen. Normalerweise wird das Stipendium für ein Jahr bewilligt und umfasst 600 bis 900 Euro pro Monat plus 150 Euro Kinderzuschlag und einen Zuschuss zu Sach- und Reisekosten. Zusätzlich vergeben die meisten Bundesländer sogenannte Abschlussstipendien. Diese richten sich an Promovenden, die bisher an Hochschulen gearbeitet haben und ihre Stelle aufgeben mussten, um die Doktorarbeit fertigzustellen, oder deren Vertrag ausgelaufen ist, bevor sie ihre Dissertation abschließen konnten. Das Abschlussstipendium gibt ihnen bis zu einem Jahr Zeit, um die Promotion zu beenden.

Promotion in und neben dem Beruf

Bei der berufsbegleitenden Promotion ist man außerhalb der Universität oder an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung angestellt oder anderweitig finanziell abgesichert. Hierbei ist zu bedenken, dass bei gleichzeitiger Erwerbstätigkeit in den meisten Fällen deutlich mehr Zeit für die Fertigstellung der Dissertation benötigt wird, weil man Vollzeit arbeitet und nebenbei an der Promotion arbeitet.

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Eine Ausnahme sind spezielle Doktorandenstellen an forschenden Unternehmen, z.B. in der Pharmaindustrie, der Automobilbranche oder der Konsumgüterindustrie wo zu Themen geforscht wird, an denen die Unternehmen ein wirtschaftliches Interesse haben. In diesem Fall muss die schriftliche Ausarbeitung des Themas zwar meist weiterhin in der Freizeit erfolgen, die Forschungsarbeit erfolgt allerdings im Rahmen der Arbeit. Das Promotionsrecht bleibt übrigens weiterhin bei den Fakultäten einer Universität. Die meisten forschenden Unternehmen kooperieren zu diesem Zweck mit universitären Einrichtungen.

Bildungskredit

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Eine weitere Alternative für die Finanzierung der Promotion kann ein Bildungskredit sein. Solche Bildungskredite werden z.B. von der Peter-Fuld-Stiftung vergeben, wo man 50% der Summe als zinsloses Darlehen erhält. Weitere Vergeber sind Studienfonds wie Deutsche Bildung ohne Zinssatz, dafür mit einer einkommensabhängigen Rückzahlung. Verzinste Kredite gibt es von zahlreichen Banken und der KfW.

Wo kann ich mich über Stipendien informieren?

Eine Übersicht bietet z.B. die Seite Stipendienlotse [Link auf http://www.stipendienlotse.de/datenbank.php] des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, oder Internetportale wie Academics [Link auf www.academics.de]. Es gibt allerdings auch immer wieder einzelne Stipendienangebote, die nicht auf solchen Sammelstellen ausgeschrieben sind. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten, um auch weniger bekannte Angebote zu finden.