Eigene Kompetenzen

Überlegen Sie zum Abschluss des Studiums, was Sie bis dahin erreicht haben, was Sie noch erreichen möchten und wie sich Ihre Kompetenzen im Laufe der letzten Jahre entwickelt haben. So können Sie Ihre Persönlichkeit besser einschätzen und sich bei zukünftigen Bewerbungsverfahren überzeugend präsentieren.

Kompetenzprofil

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Vergleichen Sie Ihre aktuelle Situation mit der zu Beginn Ihres Studiums. Ihnen wird auffallen, dass Sie durch die Zeit im Studium einige Kompetenzen dazugewonnen haben. Dies können folgende „Skills“ sein:

  • Fachliches Wissen, fachliche Kompetenzen/ Fähigkeiten,
  • höhere Arbeitsflexibilität,
  • selbstständiges Aneignen von Wissen,
  • selbstständiges Lösen komplexer Probleme,
  • bessere Sprachkenntnisse,
  • spezielle Fähigkeiten, zum Beispiel spezielle Softwarekenntnisse,
  • mehr Offenheit (auch gegenüber der eigenen Behinderung).

Machen Sie sich bewusst, wie Ihr momentanes Kompetenzprofil aussieht. Unterschätzen Sie dabei nicht Ihre Kompetenzentwicklung während des Studiums. Für den Berufseinstieg nach dem Studium müssen Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen gut kennen, damit Sie Ihr zukünftiges Berufsfeld danach ausrichten können.

Erfassen Sie Ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten und lernen Sie, diese richtig einzuschätzen. Wichtig dabei ist, nicht nur Ihre formalen Abschlüsse, sondern auch Ihre Erfahrungen aus Familie, Freizeit, Arbeitsleben und Ehrenamt mit zu berücksichtigen. Eine Möglichkeit zur strukturierten Analyse Ihrer Kompetenzen bietet Ihnen der so genannte ProfilPASS.

Persönliche Anforderungen

Bei der Auswahl der zukünftigen Angestellten stehen bei den meisten Arbeitgebern drei Aspekte im Mittelpunkt: Kompetenz, Persönlichkeit und Leistungsmotivation.

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Stellen Sie Ihre Kompetenzen bereits in Ihren Bewerbungsunterlagen dar. Eine Bestandsaufnahme der persönlichen Stärken dient als erster Schritt der Vorbereitung für die Bewerbungen. Man muss sich selbst einschätzen können, um die eigenen Kompetenzen in Lebenslauf, Anschreiben und Auswahlverfahren zu präsentieren.

Ihre Persönlichkeit können Sie gut im Vorstellungsgespräch präsentieren. Ein höfliches und gepflegtes Auftreten sowie ein Interesse an Ihrem Gegenüber im Gespräch werden ebenso positiv bewertet wie überzeugende Antworten. Achten Sie darauf, dass viele Unternehmen einen großen Wert auf Kontakt- und Teamfähigkeit legen.

Die Leistungsmotivation hat bei der Einstellung von neuen Mitarbeitenden einen besonderen Stellenwert und sollte daher bereits in den Bewerbungsunterlagen transparent werden. Studienabsolventen müssen sich oft gegenüber Mitbewerbern beweisen, die schon Berufserfahrung vorweisen können. Daher ist die Vorbereitung auf den kommenden Beruf in Form von Praktika und Nebenjobs wichtig.

Ein Ziel des zukünftigen Arbeitgebers ist es, herauszufinden, wie hoch die Motivation eines Bewerbenden ist und ob er sich mit der ausgeschriebenen Stelle, deren Aufgaben und dem Unternehmen beschäftigt hat. Außerdem ist es wichtig für den Arbeitgeber zu wissen, wie hoch der allgemeine Arbeitswille und die Lernfähigkeit seiner Bewerbenden sind.

Handlungskompetenz als Schlüsselqualifikation

Viele Schlüsselqualifikationen, die man für das spätere Berufsleben benötigt, erwirbt man im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen, im Nebenjob, bei Praktika oder auch durch ehrenamtliche Tätigkeiten.

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Besonderen Wert legen viele Unternehmen auf die Handlungskompetenz der Bewerbenden. Sie beschreibt die Fähigkeit, sich in den verschiedensten Situationen sachgerecht, durchdacht, individuell und sozial verantwortlich verhalten zu können. Die Handlungskompetenz besteht aus vier weiteren Teil-Kompetenzen:

  1. Die Fachkompetenz ist die Fähigkeit, betriebliche oder berufstypische Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich lösen zu können. Fachkompetenz erwirbt man aus Erfahrung und aus dem fachspezifischen Studium, das heißt, sie wird durch einen qualifizierten Abschluss nachgewiesen. Voraussetzung ist beispielsweise die Kenntnis der Fachsprache, der Methoden und der Verfahren sowie deren Verwendung in einem speziellen Berufsbereich.
  2. Die Methodenkompetenz befähigt dazu, bestimmte Lern- und Arbeitsmethoden anzuwenden und sich selbst zu erschließen. Während die Fachkompetenz das Wissen an sich beinhaltet, geht es bei der Methodenkompetenz um den Weg dorthin, bzw. den Umgang mit fachlichem Wissen. Zum Beispiel wie man Texte strukturiert, ihnen wichtige Inhalte entnimmt oder wie man eigene Ansichten zu bestimmten Themen entwickeln, begründen, formulieren und vertreten kann.
  3. Die Sozialkompetenz beschreibt die Gesamtheit der Fähigkeiten, die für den Umgang mit anderen Menschen nützlich oder notwendig sind, die so genannten „Soft Skills“ [Artikellink zum Thema "Soft Skills" wird ergänzt]. Im Berufsleben kann sich soziale Kompetenz durch eine klare und deutliche Kommunikation, das effektive Lösen von Problemen und vor allem das Einbringen von Teamgeist und Motivation ausdrücken.
  4. Die Persönlichkeitskompetenz (auch Human- oder Selbstkompetenz genannt) beinhaltet die Fähigkeit, die eigene Entwicklung reflektieren und weiter entfalten zu können. Im Berufsleben ist dies die eigene Haltung zur Arbeit: das Engagement am Arbeitsplatz, die eigene Zuverlässigkeit und Flexibilität sowie selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten.

Zur Persönlichkeitskompetenz gehört bei einem Menschen mit Behinderung die realistische Einschätzung der eigenen Behinderung und die damit einhergehenden Grenzen und Möglichkeiten. Dies ist die Basis dafür, sich richtig zu orientieren, eine gute Bewerbung zu schreiben und sein Vorstellungsgespräch souverän zu meistern. So haben Sie eine gute Chance auf einen erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt.