Was sind Role Models?

Role Models werden nach dem amerikanischen Soziologien Robert K. Merton als Personen definiert, die als Beispiel dienen und als Muster für spezifische Rollen nachgeahmt werden können. Diese Personen müssen keine berühmten Stars oder perfekte Vorbilder sein, sondern sind ebenso gut im eigenen sozialen alltäglichen Umfeld zu finden. Also auch Lehrer, Eltern, Sporttrainer, Gleichaltrige oder politisch engagierte Menschen können einen Eindruck davon vermitteln, was im Beruf und im Leben möglich ist. Sie können dazu inspirieren, das eigene Lebenspotential voll auszuschöpfen. Im folgenden Artikel werden auch Menschen mit Behinderung als Role Models vorgestellt, die mit ihren Erfahrungen als orientierende Leitfiguren weiterhelfen können.

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Was kennzeichnet Role Models?

Role Models geben Ihnen eine Art Muster vor, das Ihnen bei der Verwirklichung Ihrer Pläne und Ziele helfen kann, indem es Problemlösungsansätze bieten kann. Role Models können somit einen positiven Einfluss auf Ihr persönliches Verhalten und damit auch auf Ihren beruflichen Erfolg haben.

Laut der Kinder- und Jugendpsychologin Marilyn Price-Mitchell sind fünf der wichtigsten Charakteristika von Role Models folgende:

  1. Role Models zeigen Leidenschaft für ihre Arbeit und stecken andere mit dieser an.
  2. Role Models haben eine klare Wertevorstellung und leben diese auch. Das Gegenüber profitiert insofern davon, als dass es sich so seiner eigenen Werte besser vergewissern kann und einen klaren Blick für die Verwirklichung der persönlichen Entwicklung erhält.
  3. Role Models bekennen sich zu der Gesellschaft, in der sie leben. Sie sich aktiv in die Gemeinschaft eingebunden. Sie stellen ihre Zeit und ihr Talent für andere zur Verfügung – ob sie Nachbarschaftshilfe leisten, sich in lokale Gremien wählen lassen oder sich in Vereinen engagieren.
  4. Role Models akzeptieren Menschen, die anders sind als sie selbst und sie sind (auch selbstlos) hilfsbereit.
  5. Role Models haben die Fähigkeit, auch schwierige Hindernisse zu überwinden und sind dadurch immer wieder initiativ. Sie zeigen, dass Erfolg auch aus komplexen Situationen heraus durchaus möglich ist.

Role Models nachahmen?

Da nur Sie selbst entscheiden können, welches Engagement, welche Leistungen und welche Lebenssituationen für Sie besonders wichtig sind, können auch nur Sie selbst für sich bestimmen, wer für Sie ein geeignetes Role Model ist. Wem beispielsweise soziales Engagement wichtiger ist als beruflicher Erfolg, dem werden Role Models, die in einem sozialen Umfeld stark gewirkt haben, mehr bedeuten.

Gerade bei Menschen mit Behinderung können Role Models eine wichtige Funktion einnehmen. Wenn sie sich mit den Erfahrungen der Menschen konfrontieren, die eventuell selbst mit einer Behinderung leben und wenn sie lernen, wie diese Menschen Schwierigkeiten überwunden haben, dann wird ihnen bewusster, dass vieles eben doch nicht unmöglich ist. Gleich ob gehörloser Professor, blinder Unternehmenschef oder rollstuhlfahrender Leistungssportler: eine Behinderung ist kein Ausschlusskriterium für außergewöhnliche Leistungen und Lebenswege.

Role Models sind reale Personen, die durch ihre Präsenz daran erinnern, was man sich für ein Ziel gesetzt hat und vor allem, dass es erreichbar ist! Der stetige Blick auf ein ausgewähltes Role Model Ihrerseits kann Ihnen helfen, Ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Sie müssen auch nicht das gleiche Ziel wie ein bestimmtes Role Model haben. Die Einsicht, dass mit Begeisterung und Beharrlichkeit unmöglich geglaubte Ziele erreichbar sind, hilft auch schon kleinere Hürden im Alltag aus einer neuen Perspektive und als Herausforderung anstatt als Hindernis zu sehen.

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Natürlich können Sie versuchen, den vorgelebten Erfolgen eines Role Models nachzueifern. Vergessen Sie dabei allerdings nicht Ihre eigenen Ziele! Jeder Mensch und jeder Lebensweg ist anders. Lernen Sie von den Erfahrungen Ihrer Role Models und nutzen Sie diese, um Ihren eigenen Weg besser zu finden.

Role Model Beispiele für Gehörlose und Hörbehinderte

  1. Christian Rathmann: Professor an der Universität Hamburg 
  2. Benjamin Piwko: Kampfsporttrainer und Judith Hartmann: Rechtsanwältin 
  3. Roland Zeh: Chefarzt 
  4. Olaf Tischmann: Sonderpädagoge 
  5. Christine Linnartz: Vizepräsidentin des Deutschen Gehörlosenbundes
  6. Thomas Mitterhuber: Online-Redakteur 
  7. Fabian Spillner: Junior Web-Entwickler 
  8. Rob Davis: Bankberater