Berufsunterbrechung

Es gibt viele Menschen, die eine Jobpause einlegen, entweder um neue Perspektiven zu gewinnen - beispielsweise durch ein Aufbaustudium oder eine Weiterbildungsmaßnahme - oder weil persönliche Umstände diese erzwingen. Die häufigsten Gründe für eine Berufsunterbrechung sind Krankheit, Schwangerschaft, Zeit für die Familie oder die Pflege von Angehörigen. 

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Eine Berufsunterbrechung ist, anders als ein Berufswechsel, nur eine Pause vom derzeitigen Arbeitsverhältnis. Ziel ist es also, das Arbeitsverhältnis danach wieder aufzunehmen.

Grundsätzlich ist es bei einer Berufsunterbrechung erstrebenswert, den Wiedereinstieg nach der Pause möglichst reibungslos zu gestalten. Im besten Fall kann Ihr Arbeitsvertrag nach der Unterbrechung unverändert wieder aufgenommen werden. Dies gelingt am besten, wenn Ihr Arbeitsverhältnis erhalten bleibt. Einen Anspruch darauf haben Sie allerdings nur in bestimmten Situationen. Zahlungen werden in der Zeit eines ruhenden Arbeitsverhältnisses meist nicht geleistet.

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Gründe für eine Berufsunterbrechung

Die Gründe für eine Berufsunterbrechung können sehr unterschiedlich sein. Sie können privat bedingt sein: so wird die Berufstätigkeit für die Pflege von Angehörigen, eine Schwangerschaft oder die Erziehung eines Kindes unterbrochen. Weitere Gründe sind zum Beispiel der Wunsch nach längeren Reisen oder die Selbstbesinnung. Die Unterbrechung kann auch beruflich bedingt sein: man möchte sich fachlich weiterqualifizieren durch Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen. Auch wirtschaftliche Gründe seitens des Arbeitgebers können ausschlaggebend für eine Berufsunterbrechung sein.

Berufsunterbrechung von Seiten des Arbeitnehmers

Private Gründe

Ein typisches Ziel für eine private, gewünschte Pause ist der Wunsch des Arbeitnehmers nach Neuorientierung durch Reisen, längere Entspannungsphasen oder Maßnahmen zur Selbstfindung bzw. -verwirklichung. Üblicherweise wird eine solche Pause in Form eines Sabbatjahres genommen. Eine weitere Möglichkeit ist z.B. unbezahlter Urlaub.

Psychische Überlastung

Ein Grund für eine Berufsunterbrechung kann eine psychische Überlastung sein. Diese kann verschiedene Ursachen haben wie Mobbing am Arbeitsplatz oder Burnout aufgrund hoher Arbeitsbelastung und Stress. In solchen Fällen können eine psychologische Behandlung sowie eine Pause vom Arbeitsleben helfen. In Fällen psychischer Überlastung ist es möglich, zeitweise als arbeitsunfähig eingestuft zu werden. Ist dies der Fall, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Sollten Sie nicht arbeitsunfähig sein, können Sie in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber eine andere Möglichkeit zur Unterbrechung suchen, z.B. unbezahlten Urlaub.

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Vielleicht bietet sich auch eine Möglichkeit zu einer Rehabilitationsmaßnahme, deren Kosten von der Rentenversicherung bzw. der Arbeitsverwaltung, eventuell auch der Sozialversicherung übernommen werden.

Pflege eines Familienmitglieds

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Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird und Sie sich um dieses kümmern wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen haben sie durch das seit Juli 2008 geltende Pflegezeitgesetz ein Anrecht auf bis zu zehn Tage Sonderurlaub für die kurzzeitige Pflege von Angehörigen oder Kindern bzw. für die Organisation einer längerfristigen Pflege durch Dritte. In Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern haben Angehörige darüber hinaus Anspruch auf bis zu sechs Monate unbezahlten Urlaub, wenn sie selbst die Pflege ihrer Familienmitglieder übernehmen.

Schwangerschaft und Elternzeit

Schwangere Frauen haben sechs Wochen vor der Entbindung und acht Wochen nach der Entbindung (zwölf Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburt) einen rechtlichen Anspruch auf Mutterschutz. Ihr Anspruch auf Elternzeit richtet sich nach dem Bundeselterngeldgesetz. Einen Anspruch auf Elternzeit haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit ihrem Kind oder einem Kind in Vollzeitpflege in einem Haushalt leben und dieses selbst betreuen und erziehen.

Während der Elternzeit ist eine Erwerbstätigkeit von bis zu 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt zulässig. Das heißt, Väter und Mütter sind nicht mehr gezwungen, ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen, um die Betreuung ihres Kindes zu übernehmen. Im Artikel „Elternzeit“ [Artikellink zum Thema "Elternzeit" wird ergänzt] finden Sie mehr Informationen zu diesem Thema.

Krankheit

Wenn Sie krank werden und einen längeren Zeitraum der Arbeit fern bleiben, wird Ihr Lohn bis zu maximal sechs Wochen vom Arbeitgeber fortbezahlt. Bedenken Sie allerdings, dass Sie spätestens am vierten Krankheitstag ein ärztliches Attest beim Arbeitgeber vorlegen müssen. Sind Sie dann noch nicht genesen, erhalten Sie ab der siebten Woche ein Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Einen besonderen Kündigungsschutz genießen Sie aufgrund der Krankheit allerdings nicht.

Berufliche Gründe

Wer seine berufliche Position verbessern will, kann durch Weiterbildungsmaßnahmen sein persönliches Profil stärken. Gerade bei längeren Maßnahmen kann es notwendig sein, die Arbeit für die Dauer der Weiterbildungsmaßnahmen zu unterbrechen. Für kurze Fortbildungsangebote bietet sich in den meisten Bundesländern ein Bildungsurlaub bzw. Bildungsfreistellung an (Verschiedene Regelungen in den Bundesländern, meist zehn Tage innerhalb von zwei Jahren). Bei längeren Maßnahmen müssen Sie eine andere Regelung mit Ihrem Arbeitgeber treffen, z.B. unbezahlten Urlaub.

Berufsunterbrechung von Seiten des Arbeitgebers

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Wenn Arbeitgeber von Angestellten grundsätzlich überzeugt sind, diese aber aus wirtschaftlichen Gründen aktuell nicht finanzieren können, können Sie Kurzarbeit anordnen. Dabei kann die Arbeit nicht nur pro Tag, sondern auch für ganze Schichten, Wochen oder Monate gekürzt werden.

In diesem Fall haben die Arbeitnehmer Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Weitere im Arbeitsvertrag festgelegte Rechte und Pflichten bleiben von der Kurzarbeit unberührt. Dies kann Vorteile haben, da so die Möglichkeit besteht, wirtschaftliche Flauten besser kompensieren zu können und für den Arbeitnehmer kann Kurzarbeit bedeuten, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt.

Bei projektgebundenen Anstellungen kann es sein, dass zwischen mehreren Projekten Pausen entstehen, in denen der Arbeitsvertrag nicht aufrechterhalten bleibt.