Der erste Arbeitstag

Der erste Eindruck ist besonders wichtig und wirkt sich darauf aus, wie Sie zukünftig wahrgenommen werden. Daher sollten Sie für diesen Tag gut vorbereitet sein und wissen, was auf Sie zukommt.

Viele Vorbereitungen, gerade bezüglich Arbeitsassistenz und technischer Hilfsmittel müssen schon vor dem Arbeitsantritt am ersten Arbeitstag abgeschlossen sein.

 

Es ist hilfreich, bestimmtes Wissen noch einmal aufzufrischen, um das eigene Interesse am Unternehmen zu verdeutlichen. Was ist das Hauptgeschäftsfeld, was ist die Unternehmensphilosophie und wie sind die Namen Ihrer Ansprechpartner? Suchen Sie sich die Informationen zu diesen und anderen Fragen von der Unternehmenshomepage und aus Ihrem Schriftverkehr mit dem Unternehmen zusammen.

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Angemessene Kleidung

Kleiden Sie sich angemessen, um gleich zu zeigen, dass Sie sich mit der Unternehmenskultur beschäftigt haben. Wahrscheinlich haben Sie sich schon für das Bewerbungsgespräch mit dem Dress Code des Unternehmens beschäftigt.

Achten Sie in jedem Fall darauf, sich gepflegt zu kleiden. Meist genügt ordentliche Alltagskleidung. In manchen Unternehmen, z.B. Banken oder Anwaltskanzleien, kann auch ein Anzug Pflicht sein. Erkundigen Sie sich rechtzeitig, welche Kleidung bei Ihrem neuen Arbeitsplatz angemessen ist.

Kennenlernen

Üblicherweise bekommen Sie am ersten Tag eine Arbeitsplatzeinweisung und werden durch das Unternehmen geführt.

Falls Sie zum Arbeitseinstieg keine Einführung bekommen, fragen Sie danach. Dabei können Sie Ihre Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen kennen lernen und einen persönlichen Einblick in die Unternehmenshierarchie bekommen. Gibt es bestimmte Teams und wer arbeitet mit wem zusammen? Nutzen Sie die Gelegenheit, mit Ihren Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. So lernen Sie nicht nur etwas über die Arbeitsabläufe im Unternehmen, sondern auch über Ihre Kolleginnen und Kollegen.

Durch den ersten Kontakt gelingt es Ihnen vielleicht, das Eis zu brechen und Kontakte zu knüpfen. Versuchen Sie, sich nicht zu verstellen und seien Sie authentisch. Beobachten Sie Ihre Mitarbeitenden genau und lernen Sie so etwas über die Arbeitsweisen und Umgangsformen im Unternehmen.

Nutzen Sie die erste Führung durch das Unternehmen, um Ihre Mitarbeitenden über Ihre Behinderung aufzuklären und die wichtigsten Regeln für eine erfolgreiche Kommunikation zu vermitteln. Sensibilisieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Rundgang

Zudem werden Sie mit Ihrem Arbeitsplatz vertraut gemacht werden. Lassen Sie sich herumführen, um die Räumlichkeiten kennen zu lernen. Wo ist Ihr Büro, wo das Büro der Vorgesetzten, wo sind Gemeinschaftsräume und Toiletten? Klären Sie in diesem Zuge auch sicherheitsrelevante Fragen und lassen Sie sich über mögliche Gefahrenquellen vor Ort aufklären.

Arbeit vorbereiten

Klären Sie ab, wie Ihre Arbeit in der ersten Zeit aussehen soll, und welche Aufgaben auf Sie zukommen. Vielleicht bekommen Sie auch direkt konkrete Arbeitsanweisungen. Fragen Sie nach einem Wochenarbeitsplan, um zu wissen, was ansteht, und um Ihre Arbeit mit Ihren Mitarbeitenden abzustimmen.

Organisatorisches

Neben dem ersten Kennenlernen von Mitarbeitenden und Arbeitsplatz stehen administrative Aufgaben an. Zur Anmeldung müssen Sie verschiedene Dokumente mitbringen.

Zudem wird beispielsweise Ihr Computerzugang eingerichtet und Ihnen werden die Büroschlüssel übergeben.

Keine Angst!

Versuchen Sie, den ersten Arbeitstag gelassen anzugehen. Normalerweise beginnen Sie nicht gleich am ersten Tag mit dem Tagesgeschäft, sondern haben Zeit, um im Unternehmen „anzukommen“. Sollten Sie Angst haben, durch irgendein Verhalten unangenehm aufzufallen, schlagen Sie in unserer Liste mit „Dos & Dont‘s“ nach, mit welchem Verhalten Sie punkten können und was Sie besser vermeiden sollten. Gerade als Neuling werden Ihnen in einem Unternehmen kleinere Fehler meist verziehen.

Spezielle Informationen für Menschen mit Hörbehinderung

Wenn Sie für Ihre Kommunikation Dolmetschende benötigen, dann haben Sie gleich die Gelegenheit, Ihre Mitarbeitenden an die Kommunikationssituation mit Dolmetschenden zu gewöhnen und Vorbehalte abzubauen. Geben Sie gleich Kommunikationstipps, wie Sie miteinander kommunizieren können, wenn kein Dolmetschender vor Ort ist.

Überprüfen Sie auch, ob Ihr Arbeitsplatz barrierefrei gestaltet wurde und wie Sie ihn verbessern können. Sitzen Sie mit dem Rücken zur Tür? Haben Sie schon eine Idee, wo die Dolmetschenden am besten stehen könnten? Diese Fragen sollten Sie schnell klären, um gegebenenfalls Ihren Arbeitsplatz anzupassen.

Zusammenfassung

Der erste Arbeitstag muss gut vorbereitet werden. Haben Sie die richtige Kleidung gewählt? Wie lernen Sie Ihre Kollegen kennen und wann klären Sie sie über Ihre Behinderung auf? Wie bekommen Sie einen Überblick über den neuen Arbeitsplatz? Wie und wie schnell geht die Arbeit los? Was müssen Sie mitbringen und was muss bei der Verwaltung geklärt werden? All diese Fragen werden in diesem Artikel behandelt. Benutzen Sie unsere Liste von „Dos & Dont‘s“, um unangenehme Situationen zu vermeiden und vergessen Sie nicht, die Barrierefreiheit Ihres Arbeitsplatzes zu überprüfen und als Gebärdennutzer, Ihre Kollegen mit der Dolmetschsituation vertraut zu machen.