Arbeiten im Team

Wenn ein Einzelner eine Aufgabe nicht allein lösen kann, dann ist Teamwork gefragt. Teams sind als zweckgebundene Arbeitsgruppen Ausdruck einer lösungsorientierten und dynamischen Arbeitsweise, die alle Ebenen und Zuständigkeiten eines Unternehmens mit einbezieht. Sie sind so vielfältig wie ihre Mitglieder. So profitiert ein Unternehmen von behinderten und nicht behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit den verschiedensten Aus- bzw. Weiterbildungshintergründen.

  1. Voraussetzungen und Herausforderungen für gute Teamarbeit
  2. Diversity und Menschen mit Handicap im Team
  3. Kommunikation im Team
  4. Arbeits- und Präsentationstechniken
  5. Soziale Komponente

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Voraussetzungen und Herausforderungen für gute Teamarbeit

Basis für erfolgreiche Teamarbeit ist kommunikative und kooperative Kompetenz. Grundvoraussetzung dafür ist gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung. Das heißt: Wer lösungsbewusst in einem Team arbeiten will, muss ehrlich, aber nicht respektlos sein, muss zur Diskussion, aber auch zum Zuhören bereit sein und gleichzeitig Erfolge anderer würdigen.

Für gute Teamarbeit kann eine klare Hierarchie hilfreich sein. Gibt es im Team keine deutliche Hierarchie, hilft es, wenn eine Person bei der Teamarbeit moderiert. Diese Person hat dabei aber keine besondere Weisungsbefugnis bei Arbeitseinsatz oder Arbeitsbeurteilung. Zudem darf niemand im Team benachteiligt werden. Jeder ist als Experte auf seinem Gebiet für die selbstständige Ausführung seiner Aufgaben verantwortlich und das ganze Team trägt mit kontinuierlichem Feedback zum erfolgreichen Gelingen bei.

 

Unterschiedliche Meinungen über Lösungswege sind in einem Team ganz normal. Oft entstehen Spannungen, wenn Zuständigkeiten für Aufgaben nicht klar definiert sind oder Teammitglieder eine gemeinsame Aufgabe mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden lösen wollen. Das gemeinsame Ziel sollte sein, dass jedes Teammitglied seine Stärken so einbringt, dass eine optimale Lösung für eine Aufgabe gefunden werden kann. Sind Meinungsverschiedenheiten im Team nicht lösbar, muss gegebenenfalls eine zusätzliche Person aus dem Unternehmen zwischen den Mitgliedern vermitteln.

Weitere Tipps zum effektiven Arbeiten im Team finden Sie auf arbeitsratgeber.com.

Diversity und Menschen mit Handicap im Team

Zur erfolgreichen Zusammenarbeit gehört auch, Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung im Team abzubauen. Mit einer Behinderung können Sie einen wertvollen Beitrag zur Teamarbeit leisten, wenn Sie und Ihre Teammitglieder aktiv dazu beitragen. Zeigen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen, wie sie Barrieren beseitigen können und lassen Sie sich – trotz Unsicherheiten und eventuell auch unsensiblen Mitarbeitenden – auf das Arbeitsleben ein. Dabei ist es notwendig, dass sowohl Sie als auch Ihre Kollegen ihre Denk- und Handlungsweisen erklären und um gegenseitiges Verständnis werben. Sonst kann es in Stresssituationen schnell zu Missverständnissen kommen. Die Fähigkeit, Sachverhalte zu verbalisieren, Bedürfnisse auszudrücken und Kompromisse zu verhandeln, verbessert generell das soziale Miteinander - auch im persönlichen Umfeld.

Jedes einzelne Teammitglied kann fachliche Kompetenzen und Erfahrungen ins Team einbringen und gerade ein Mensch mit Handicap kann so im Team neue Perspektiven eröffnen. Im Sinne von Diversity stellt die Vielfalt im Unternehmen eine Bereicherung und einen Quell neuer Potentiale dar. So stehen im Arbeitskontext die individuellen Stärken von Menschen - auch solchen mit Handicap - im Mittelpunkt und nicht deren Schwächen.

Gibt es in Ihrem Unternehmen bereits eine Bezugsperson für das Thema „Diversity“? Wenn Sie sich im Unternehmen mit diesen Personen vernetzen, gewinnt das Thema automatisch an Bedeutung. Eventuell finden Sie dort auch Unterstützung für Ihren Berufsalltag und treffen Menschen, mit denen Sie sich über Themen, die für Sie interessant sind, austauschen können.

Auch fördernde Einrichtungen wie Selbsthilfeverbände, Arbeitsgemeinschaften und Integrationsämter können helfen, dass Unternehmen diese Potentiale noch stärker nutzen können.

In größeren Firmen oder öffentlichen Einrichtungen kann der Betriebsrat oder für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Handicap die Schwerbehindertenvertretung ein wichtiger Ansprechpartner sein.

Kommunikation im Team

Für eine gute Zusammenarbeit im Team ist eine funktionierende Kommunikation unumgänglich. Gerade im Umgang mit Menschen mit Handicap sollten bestimmte Kommunikationsweisen eingehalten werden. Werden gleich zu Beginn nützliche Hinweise zur guten Zusammenarbeit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gegeben, kann Missverständnissen vorgebeugt werden. In Teambesprechungen ist eine gute Moderation für Ihre erfolgreiche Teilnahme als Mensch mit Hörbehinderung essentiell. Als Gehörloser sind Sie auf Dolmetscher angewiesen. Da ein Dolmetscher nicht mehrere Kommunizierende auf einmal in Gebärdensprache übersetzen kann, müssen sich die Teammitglieder auch bei angeregten Diskussionen disziplinieren und auf Wortzuteilung warten. Sind Ihre Teammitglieder mit der Dolmetschsituation bereits vertraut, wissen Sie, dass zwischen dem Gebärdeten und der Übersetzung ein kurzer Zeitversatz liegen kann. Ist die Dolmetschsituation neu, klären Sie ihre Teammitglieder darüber auf. Hinweise zur Aufklärung finden Sie im Artikel zur Sensibilisierung.

Auch für Schwerhörige ist eine disziplinierte Gesprächsführung Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kommunikation. Womöglich können Sie einer Einzelperson im Gespräch gut folgen, haben aber bei durcheinanderlaufenden Gesprächen Schwierigkeiten. Weisen Sie Ihre Teammitglieder darauf hin, wie eine Teambesprechung für Sie ablaufen muss. Um die volle Konzentration auf das Gespräch zu garantieren, sollten auch Umgebungsgeräusche und andere Störfaktoren (Stühle rücken, Knistern von Essentüten, etc.) vermieden werden.

Arbeits- und Präsentationstechniken

Ein wichtiger Aspekt in der Teamarbeit ist die Präsentation der eigenen Ergebnisse, damit das ganze Team über den aktuellen Stand informiert ist, die Ergebnisse nachvollziehen und eventuell weiterverarbeiten kann. Auch eine Präsentation vor Vorgesetzten oder einem anderen Publikum ist in vielen Arbeitskontexten üblich. Bei Präsentationen mit Beamern oder ähnlichen Geräten sollten Ihre Kollegen Ihnen die Unterlagen in elektronischer Form nach Möglichkeit vorab zum Einsehen zukommen lassen. So können Sich Ihre Arbeitsassistenzen auf die Übersetzung der Präsentation vorbereiten und bei Verständnisfragen nachhaken. Einer guten Teilnahme Ihrerseits steht so nichts mehr im Wege.

Soziale Komponente

Gehen Sie offen auf die Kolleginnen und Kollegen zu und bieten Sie auch Ihre Hilfe im Arbeitsalltag an. Suchen Sie Gespräche zwischendurch, um Ihre Kollegen kennen zu lernen. Dies hilft Ihren Teammitgliedern eventuelle Unsicherheiten mit Ihrer Behinderung abzubauen. Falls Sie Ihre Arbeit in einer neuen Region oder Stadt antreten, kann der Kontakt untereinander besonders wichtig und hilfreich sein. Ihre Kolleginnen und Kollegen können für Sie wichtige Quellen für gewünschte Aktivitäten oder Veranstaltungen an Ihrem neuen Wohnort sein.

Zur Teamstärkung können auch gemeinsame private Aktivitäten beitragen. In gemeinsamen Freizeitaktivitäten können Sie Ihre Behinderung in Facetten über die Arbeit hinaus begreifbar machen und einen guten Umgang vermitteln.